Gerresheimer Aktie: Herausforderung erkenntlich
Der Pharmazulieferer Gerresheimer hat die Frist für den Jahresabschluss verpasst, was zu einer Kreditvertragsverletzung führt. Die BaFin weitet ihre Prüfung aus, während das Unternehmen um Fristverlängerungen verhandelt.

Kurz zusammengefasst
- Verpasste Frist für testierten Jahresabschluss 2025
- BaFin prüft Leasingverbindlichkeiten und Entwicklungskosten
- Verkauf der US-Tochter Centor zur Liquiditätsbeschaffung
- Aktienkurs verlor 72 Prozent im Jahresvergleich
Gerresheimer hat die Frist zur Vorlage des testierten Jahresabschlusses für 2025 verpasst. Das klingt nach einer Formalität — ist es aber nicht. Die Fristüberschreitung löst direkt eine Verletzung bestehender Kreditverträge aus.
Bilanzkrise zieht immer weitere Kreise
Das Unternehmen verhandelt nun mit seinen Kreditgebern über Fristverlängerungen. Parallel hat die BaFin ihre Untersuchungen ausgeweitet: Neben den bereits bekannten Fehlern bei Bill-and-Hold-Umsätzen prüfen die Aufseher jetzt auch Leasingverbindlichkeiten von rund 65,5 Millionen Euro sowie aktivierte Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2025 stehen Wertberichtigungen von 220 bis 240 Millionen Euro im Raum — hauptsächlich auf Technologieprojekte der Sensile Medical AG und Vermögenswerte des Glaswerks in Chicago.
Der testierte Abschluss soll nun im Juni 2026 vorliegen. Bis dahin bleiben die Quartalsmitteilung für Q1 sowie die Hauptversammlung — ursprünglich für den 3. Juni angesetzt — auf unbestimmte Zeit verschoben.
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Centor-Verkauf und Chicago-Schließung als Ausweg
Um Liquidität zu schaffen, treibt Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor voran, begleitet von Morgan Stanley. Gleichzeitig soll das Glaswerk in Chicago Heights bis Ende 2026 geschlossen werden, die Kapazitäten verlagern sich nach Italien und Indien.
Für 2026 stellt das Unternehmen einen Umsatz von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent in Aussicht. Diese Prognose steht jedoch ausdrücklich unter dem Vorbehalt erfolgreicher Kreditverhandlungen und einem glimpflichen Ausgang der BaFin-Prüfung — ein Fundament, das der Kapitalmarkt derzeit schlicht nicht bewerten kann.
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 72 Prozent verloren und notiert bei etwa 19,25 Euro. Sobald der testierte Abschluss im Juni vorliegt und die Kreditgeber ihre Entscheidung kommunizieren, dürfte sich zeigen, ob die genannte Prognose trägt oder erneut unter Vorbehalt gestellt werden muss.
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