Gerresheimer Aktie: Jahresabschluss auf Juni verschoben
Active Ownership erhöht Anteil auf 16,85 Prozent, während Gerresheimer Bilanzprüfungen und den Verkauf der US-Tochter vorantreibt.

Kurz zusammengefasst
- Active Ownership erhöht Beteiligung deutlich
- Bilanzvorlage auf Juni verschoben
- BaFin prüft Rechnungslegungsverstöße
- Kursverlust von fast 59 Prozent in zwölf Monaten
Großaktionär baut aus
Gerresheimer zieht erneut die Aufmerksamkeit größerer Investoren auf sich. Active Ownership hat seine Beteiligung am Konzern auf 16,85 Prozent erhöht. Das ist in dieser Lage mehr als nur eine Randnotiz.
Hinzu kommen Käufe über AOC Gecko S.à r.l. und den Active Ownership Fund SICAV SIF SCS. Die Transaktionen datieren vom 12. Mai und wurden am 15. Mai gemeldet. Für den Markt ist das ein Signal: Ein relevanter Aktionär baut sein Engagement aus, während die operative und bilanzielle Lage alles andere als ruhig ist.
Offene Fragen in der Bilanz
Genau dort liegt der Kern des Problems. Gerresheimer hat die Vorlage des Jahres- und Konzernabschlusses für 2025 auf Juni verschoben, weil weitere Untersuchungen zur Umsatzerfassung und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 laufen. Auch für das erste Quartal 2026 gibt es noch keinen festen Veröffentlichungstermin.
Die Aufarbeitung geschieht im Austausch mit der BaFin, die Anhaltspunkte für Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften prüft. Parallel dazu treibt das Unternehmen den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. voran. Der Abschluss der Transaktion wird noch in diesem Jahr erwartet.
Auch die Finanzierung bleibt vorerst stabil. Die Kreditgeber haben einer Verlängerung der Frist für Schuldscheine über 870 Millionen Euro bis September 2026 zugestimmt. Das verschafft dem Management Zeit, ersetzt aber keine saubere Klärung der Bilanzthemen.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am Markt spiegelt sich die Unsicherheit klar wider. Die Aktie notiert bei 24,94 Euro, nach 25,38 Euro am Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 12,43 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate summiert sich der Rückgang auf 58,78 Prozent.
Technisch bleibt das Bild gemischt. Der Kurs liegt zwar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 21,34 Euro, aber unter der 200-Tage-Linie von 27,18 Euro. Der RSI von 30,6 zeigt eine angeschlagene Verfassung, die hohe 30-Tage-Volatilität von 68,62 Prozent passt dazu.
Für das Geschäftsjahr 2026 hält Gerresheimer an der Planung von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro Erlösen und einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent fest. Ob diese Ziele tragen, hängt nun vor allem daran, wie schnell die offenen Bilanzfragen geklärt werden und ob die laufenden Maßnahmen Vertrauen zurückbringen.
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