Gerresheimer Aktie: Morgan Stanley sucht Käufer für Centor

Gerresheimer kämpft mit Bilanzproblemen gegen Shortseller. Gläubiger gewähren Aufschub, der Verkauf der US-Tochter Centor soll die Schuldenlast senken.

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Finanzdistrikt bei Nacht mit elektronischen Tickern (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Leerverkäufer wittern Chancen bei Gerresheimer
  • Gläubiger stimmen Fristverlängerung zu
  • Verkauf von Centor geplant
  • Aktie verliert deutlich an Wert

Das Pharmaverpackungsunternehmen Gerresheimer steckt in einem existenziellen Konflikt. Spekulative Anleger setzen massiv auf fallende Kurse, während das Management mit Gläubiger-Zugeständnissen und einem milliardenschweren Verkauf gegensteuert. Die Aktie notiert bei 26,40 Euro – ein Minus von 3,79 Prozent am Dienstag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 50,25 Euro ist der Titel fast 48 Prozent entfernt.

Shortseller wittern Beute

Die offenen Bilanzierungsfragen locken Leerverkäufer an. Laut Bundesanzeiger hält Millennium International Management eine Netto-Leerverkaufsposition von 0,65 Prozent der ausstehenden Aktien. Der Grund: Gerresheimer hat die Vorlage des testierten Jahresabschlusses für 2025 verschoben. Eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht Bilanzierungsfehler aus Vorjahren. Im April flog die Aktie deshalb aus dem SDAX.

Gläubiger gewähren Atempause

Auf der Finanzierungsseite gibt es positive Signale. Die Inhaber von Schuldscheindarlehen stimmten einer Fristverlängerung zu. Sie repräsentieren 96 Prozent des betroffenen Volumens von 870 Millionen Euro. Die neue Frist für den testierten Abschluss läuft bis September 2026. Zudem setzten die Gläubiger wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad aus – bis zum dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2026. Das verschafft dem Unternehmen operative Luft.

Verkauf von Centor geplant

Das Management will die Nettoverschuldung spürbar senken. Dafür steht die US-Tochter Centor zum Verkauf. Die Investmentbank Morgan Stanley sucht Käufer. Laut Unternehmensangaben gibt es bereits eine zweistellige Anzahl Interessenten. Der vollständige Vollzug ist bis Ende 2026 geplant.

Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fällt vorsichtig optimistisch aus. Gerresheimer erwartet einen Umsatz von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen 18 und 19 Prozent liegen. Hinzu kommt ein moderat positiver freier Cashflow vor M&A.

Der RSI von 82 signaliert kurzfristige Überhitzung. Die Aktie notiert 14 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Solange die testierten Zahlen im Juni 2026 ausstehen, bleibt der Kampf zwischen Shortsellern und langfristigen Investoren offen. Der Verkauf von Centor und die Bilanzbereinigung entscheiden über die nächste Richtung.

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Gerresheimer Aktie

31,10 EUR

– 0,14 EUR -0,45 %
KGV —
KUV 0,42
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 1,07 Mrd. EUR
Ø Kursziel 27,38 EUR
ISIN: DE000A0LD6E6 WKN: A0LD6E

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