Gerresheimer Aktie: Short-Druck bleibt

Gerresheimer steht weiterhin im Fokus von Leerverkäufern, während das Management auf einer Investorenkonferenz um Vertrauen wirbt. Analysten bleiben gespalten.

Kurz zusammengefasst:
  • Hedgefonds halten Netto-Short-Positionen aufrecht
  • Goldman Sachs reduziert Stimmrechtsanteil leicht
  • Analystenmeinungen reichen von Halten bis Kaufen
  • Aktie notiert nach 60% Verlust auf Jahrestief

Gerresheimer startet heute auf dem ODDO BHF Forum in Lyon in eine entscheidende Kommunikationsrunde. Nach dem belastenden Jahresende 2025 versucht das Management, Vertrauen zurückzugewinnen – während parallel neue Daten zu Leerverkäufern und Stimmrechtsverschiebungen für Unruhe sorgen. Die Aktie hält sich mit rund 27,80 Euro zwar stabil, liegt aber nach einem Kursverlust von rund 60 % im Jahr 2025 auf Mehrjahrestief.

Die Fakten im Überblick

  • Hedgefonds bauen Netto-Leerverkaufspositionen weiter aus bzw. halten sie auf erhöhtem Niveau
  • Qube Research & Technologies meldet 0,69 % Netto-Leerverkaufsposition
  • Two Sigma Investments ebenfalls als Short-Seller aktiv
  • Goldman Sachs reduziert Beteiligung von 19,26 % auf 18,95 %
  • mwb research bestätigt „Halten“ mit Kursziel 27,60 Euro
  • Jefferies bleibt bei Kaufempfehlung, Kursziel 34,10 Euro

Leerverkäufer und Stimmrechte im Fokus

Aus Veröffentlichungen vom gestrigen Tag geht hervor, dass Gerresheimer verstärkt im Visier von Short-Sellern steht. Qube Research & Technologies hält eine Netto-Leerverkaufsposition von 0,69 % der Aktien. Zudem ist Two Sigma Investments im Leerverkauf aktiv. Das anhaltende Short-Interesse zeigt, dass ein Teil der professionellen Marktteilnehmer weiterhin Risiken im Titel sieht und kurzfristig keine klare Erholung erwartet.

Gerresheimer

DE000A0LD6E6
-
Heute: -
7 Tage: -

Auf der Long-Seite gab es eine kleinere Verschiebung: Goldman Sachs hat den Stimmrechtsanteil leicht von 19,26 % auf 18,95 % reduziert. Auch wenn diese Anpassung quantitativ überschaubar ist, fällt sie in eine Phase erhöhter Sensibilität, in der jede Bewegung großer Adressen genau registriert wird.

Analystenseitig bleibt das Bild gemischt. mwb research bestätigte zu Wochenbeginn das Votum „Halten“ und ein Kursziel von 27,60 Euro – praktisch auf Höhe des aktuellen Kurses und damit ohne nennenswertes kurzfristiges Aufwärtspotenzial. Deutlich optimistischer zeigt sich Jefferies: Die Experten hatten Ende Dezember trotz der Probleme ihre Kaufempfehlung bekräftigt und ein Kursziel von 34,10 Euro ausgerufen. Diese Spanne in den Einschätzungen unterstreicht die Unsicherheit im Markt.

Belasteter Hintergrund nach Bilanzkorrektur

Der Auftritt in Lyon steht klar im Schatten der Ereignisse vom Dezember 2025. Damals musste Gerresheimer Umsätze von rund 28 Millionen Euro aus „Bill-and-Hold“-Geschäften korrigieren und ins Jahr 2025 verschieben. Operativ wurde dies zwar als „cash-neutral“ kommuniziert, doch die Anpassung der Bilanzierungspraxis hat Fragen zur Governance und zu internen Kontrollmechanismen ausgelöst.

Die Aktie reagierte im Gesamtjahr 2025 mit einem Kursrückgang von rund 60 % und rutschte auf ein Mehrjahrestief ab. Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass Short-Seller aktiv bleiben und einige Profi-Investoren weitere Risiken sehen – sei es in möglichen Nachwirkungen der „Aufräumarbeiten“ oder in der anstehenden Guidance für das bereinigte Geschäftsjahr 2026.

Gleichzeitig zeigt die Kaufempfehlung von Jefferies mit Kursziel 34,10 Euro, dass ein anderer Teil des Marktes das Potenzial über den aktuellen Kurs hinaus betont. Die Diskrepanz in den Einschätzungen spiegelt die gespaltene Wahrnehmung der weiteren Entwicklung wider.

Charttechnik und Konferenz als Wegweiser

Aus technischer Sicht bleibt die Lage angespannt. Entscheidend ist die Unterstützungszone zwischen 27,00 und 27,50 Euro. Solange dieser Bereich hält, besteht die Chance auf eine Bodenbildung nach dem deutlichen Rückgang des Vorjahres. Ein Bruch nach unten könnte dagegen, zusätzlich angetrieben durch bestehende Short-Positionen, weitere Abgaben in Richtung 25 Euro nach sich ziehen.

Kurzfristig richtet sich der Blick klar auf das ODDO BHF Forum heute und morgen. Dort muss das Management überzeugend darlegen, dass die internen Kontrollsysteme greifen und das operative Geschäft für 2026 solide aufgestellt ist. Gelingt eine glaubhafte Stabilisierungserzählung, könnte dies den Druck der Leerverkäufer zumindest abschwächen und die Basis für eine langsamere Normalisierung des Kurses legen.

Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 9. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Weitere Artikel zu Gerresheimer

Neueste News

Alle News

Gerresheimer Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten