Gerresheimer Aktie: Sorge überflutet Markt?

Der Medizinverpackungshersteller Gerresheimer kämpft an mehreren Fronten ums Überleben. Ein Bilanzskandal blockiert die Finanzberichterstattung. Die Wirtschaftsprüferaufsicht ermittelt. Ein Aktionärsschutzverband bereitet Klagen vor. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 60 Prozent an Wert verloren.
Wirtschaftsprüfer im Visier
Im Zentrum der Krise stehen sogenannte Bill-and-Hold-Vereinbarungen. Gerresheimer stellte Kunden Waren in Rechnung, lieferte diese aber erst später. Der Konzern verbuchte die Umsätze entgegen den IFRS-Vorschriften zu früh. Eine Anwaltskanzlei bestätigte systematische Verstöße. Diese summieren sich auf 35 Millionen Euro Umsatz und 24 Millionen Euro operatives Ergebnis.
Die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS ermittelt nun gegen KPMG. Die Prüfer hatten den Jahresabschluss 2024 trotz der Fehler uneingeschränkt testiert. KPMG hatte das Mandat erst kurz zuvor übernommen. Jetzt durchleuchtet Grant Thornton die Abschlüsse der Jahre 2024 und 2025.
Klagen und Abschreibungen
Der Aktionärsschutzverband DSW erhöht den juristischen Druck. Ein Gutachten prüft Schadensersatzansprüche gegen Ex-Vorstandschef Dietmar Siemssen und Ex-Finanzvorstand Bernd Metzner. Auch der Aufsichtsrat rückt in den Fokus. Dabei geht es unter anderem um fragliche Geschäftswerte von rund 676 Millionen Euro.
Operativ belasten zusätzliche Probleme die Bilanz. Das Unternehmen rechnet mit Abschreibungen von bis zu 240 Millionen Euro. Diese stammen hauptsächlich aus Technologieprojekten und der geplanten Schließung eines US-Glaswerks.
Übernahme abgelehnt, Centor vor Verkauf
Inmitten des Chaos klopfte im März der US-Konkurrent Silgan Holdings an. Das unverbindliche Angebot lag bei 41 Euro je Aktie. Gerresheimer lehnte ab. Das Management will sich auf die Aufarbeitung der Buchhaltung konzentrieren.
Parallel dazu braucht der Konzern dringend frisches Geld. Banken gewährten kürzlich eine Schonfrist. Der Verkauf der US-Tochter Centor soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Das Ziel: dringend benötigte Liquidität. Morgan Stanley steuert den Prozess. Die Sparte steht mit 292 Millionen Euro in den Büchern.
Berichte auf Eis
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 22,76 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 18 Prozent. Der Börsenwert liegt nur noch bei rund 730 Millionen Euro.
Wegen fehlender Finanzberichte flog Gerresheimer Mitte April aus dem SDAX. Der reguläre Berichtsrhythmus ruht vollständig. Die Hauptversammlung und der Bericht zum ersten Quartal sind auf unbestimmte Zeit verschoben.
Erst im Juni 2026 will das Unternehmen den testierten Jahresabschluss für 2025 vorlegen. Ohne verlässliche Zahlen bleiben auch neue Übernahmegespräche mit externen Käufern bis zu diesem Datum blockiert.
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