Gerresheimer Aktie: Wachstum ohne Ergebnisplus
Drug-Delivery-Geräte stützen das Wachstum, während schwächere Glassparten und ein rückläufiges Neunmonatsergebnis die Entwicklung belasten.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt um acht Prozent
- Bereinigtes EBITDA bleibt nahezu unverändert
- Containment & Delivery Systems legt zu
- PPP-Verkauf wird für 2027 erwartet
Gerresheimer meldet für das dritte Quartal mehr Umsatz, aber kein höheres Ergebnis. Der Konzern wächst vor allem dank Drug-Delivery-Geräten, während die Glassparten weiter bremsen. Die Aktie notierte am Morgen kaum verändert bei rund 32 Euro.
Quartal: Umsatz legt zu, Ergebnis tritt auf der Stelle
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 8 Prozent auf 605 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA lag mit 103 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau, die Marge sank auf 17,1 Prozent nach 19,0 Prozent. Die Zahlen sind vorläufig und beziehen die Einheiten im Verkaufsprozess ein.
Über neun Monate zeigt sich das Problem deutlicher. Der Umsatz blieb mit 1,7 Milliarden Euro etwa stabil. Das bereinigte EBITDA fiel dagegen auf 272 Millionen Euro, nach 331 Millionen im Vorjahr. Die Marge rutschte auf 15,9 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen den Abbau von Lagerbeständen und die schwächere Entwicklung bei Tubular Glass in Europa und Moulded Glass.
Die Sparten gehen getrennte Wege
Containment & Delivery Systems trägt das Wachstum. Das Quartalsergebnis der Sparte stieg auf 77 Millionen Euro, nach 64 Millionen im Vorjahr, die Marge erreichte 24,5 Prozent. Gerresheimer hatte in den vergangenen Jahren in Kapazitäten investiert, der Produktionshochlauf zahlt sich nun aus.
Anders sieht es bei Primary Injectable Solutions aus. Die Sparte stabilisierte sich im dritten Quartal, liegt über neun Monate aber klar unter dem Vorjahr. Die Marge beträgt 9,5 Prozent, nach 19,3 Prozent. Ein schwaches erstes Halbjahr belastet.
Moulded Glass leidet unter einem schwächeren Markt und dem Lagerabbau, der die Auslastung drückte. Das Quartals-EBITDA sank auf 17 Millionen Euro, nach 29 Millionen. Im September schloss Gerresheimer das Werk in Chicago Heights in den USA.
Verkäufe und Refinanzierung als nächste Schritte
Der Verkauf von Centor ist im Oktober abgeschlossen. CFO Wolf Lehmann spricht von einer wesentlich verbesserten Finanzlage. Als nächste Meilensteine nennt er den Vollzug des Verkaufs des PPP-Geschäfts und eine umfassende Refinanzierung. Der PPP-Abschluss wird inzwischen bereits für das erste Quartal 2027 erwartet.
Für das vierte Quartal stellt der Konzern im Rahmen der Prognose ein stärkeres Ergebnis in Aussicht. Die finale Quartalsmitteilung soll voraussichtlich im Dezember 2026 folgen.
Stand heute, 30. Oktober: Gerresheimer – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Gerresheimer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.