Gerresheimer Aktie: Zehn Bieter für Centor
Gerresheimer treibt den Verkauf der US-Tochter Centor voran und arbeitet am überfälligen Jahresabschluss. Gläubiger gewähren Fristverlängerung.
Kurz zusammengefasst
- Verkauf von Centor vorantreiben
- Überfälliger Jahresabschluss für 2025
- Gläubiger stimmen Fristverlängerung zu
- Aktie erholt sich nach Kurssturz
Gerresheimer steht massiv unter Druck. Der Verpackungshersteller muss dringend Schulden abbauen und forciert den Verkauf seiner US-Tochter Centor. Parallel dazu wartet der Kapitalmarkt auf den längst überfälligen Jahresabschluss für das vergangene Jahr. Für den Konzern beginnt ein entscheidender Sommer.
Run auf US-Tochter Centor
Um die angespannte Bilanz zu entlasten, treibt das Management den Verkauf von Centor Inc. voran. Der Spezialist für Medikamentenverpackungen weckt am Markt großes Interesse. Morgan Stanley begleitet den Prozess. Aktuell prüfen mehr als zehn Bieter einen Einstieg. Das Ziel: Der Deal soll noch im laufenden Jahr über die Bühne gehen.
Parallel dazu kämpft der Vorstand an einer zweiten Front. Der testierte Jahresabschluss für 2025 ist seit Monaten überfällig. Eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht derzeit Vorgänge aus den vergangenen zwei Jahren. Im Juni will das Unternehmen das Testat endlich vorlegen. Die Verzögerung hatte harte Konsequenzen. Im April flog die Aktie aus dem SDAX, weil Gerresheimer wichtige Publikationsfristen verfehlte.
Gläubiger halten still
In dieser kritischen Phase zeigen sich die Kreditgeber kulant. Inhaber von Schuldscheindarlehen im Wert von rund 870 Millionen Euro haben einer Fristverlängerung zugestimmt. Wesentliche Kreditbedingungen zur Verschuldung ruhen bis September. Diese Vereinbarung verschafft Gerresheimer dringend benötigte Luft. Der Vorstand kann nun die Bilanzprüfung abschließen und den Centor-Verkauf ohne akuten Liquiditätsengpass steuern.
Operativ gibt sich der Konzern derweil zuversichtlich. Für 2026 rechnet das Management mit einem Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro bei einer Marge von bis zu 19 Prozent. Diese Prognose steht allerdings unter Vorbehalt. Die Finanzaufsicht BaFin und die Aufsichtsstelle APAS durchleuchten aktuell die Bücher. Sie prüfen unter anderem den Ausweis von Leasingverbindlichkeiten. Auch Wertminderungen im Segment Advanced Technologies stehen auf dem Prüfstand.
Am Aktienmarkt hat sich der Kurs nach einem massiven Einbruch im Frühjahr bei rund 25 Euro gefangen. Die weitere Richtung entscheidet sich direkt in den kommenden Wochen. Liefert Gerresheimer im Juni ein sauberes Testat und meldet zeitnah Vollzug beim Centor-Verkauf, fallen für Investoren zwei massive Unsicherheitsfaktoren weg.
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