Glencore Aktie: Collahuasi als Rettungsanker?
Schwächere Förderwerte treffen auf ein erwartetes Marketing-Ergebnis von mehr als fünf Milliarden US-Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Kupferproduktion unter Markterwartungen
- Jahresziel bei Kupfer bleibt bestehen
- Kokskohle-Ausstoß im Quartal gestiegen
- Marketing-Ergebnis über fünf Milliarden erwartet
Glencore hält an seinen Jahreszielen fest, erwartet bei Kupfer und Kokskohle aber nur das untere Ende der Prognosespannen. Der heute veröffentlichte Produktionsbericht zeigt zudem Rückstände gegenüber den Markterwartungen. Ein Gegengewicht liefert das Marketinggeschäft: Hier rechnet der Konzern weiterhin mit einem starken Ergebnis.
Die Aktie reagiert auf den Bericht mit einem Tagesminus von -0,9%. Die bestätigten Ziele reichen damit zunächst nicht aus, um Anleger zu überzeugen.
Kupfer bleibt unter den Erwartungen
Im dritten Quartal 2026 förderte Glencore 201.600 Tonnen Kupfer. Nach Einschätzung von AJ Bell lag die Produktion damit 4,0% unter dem Marktkonsens.
Für das Schlussquartal erwartet Glencore eine höhere Förderung. Dazu sollen vor allem bessere Erzgehalte und höhere Ausbeuten bei Collahuasi beitragen. Die erwartete Verbesserung ist damit ein wichtiger Baustein für das Erreichen des Jahresziels.
Die unveränderte Kupferprognose für 2026 beträgt 810.000–870.000 Tonnen. Glencore rechnet allerdings nur mit einer Produktion am unteren Ende dieser Spanne.
Das Bild bleibt zweigeteilt: Die Förderung wächst im Jahresvergleich, gleichzeitig bleibt die kurzfristige Entwicklung hinter den Erwartungen zurück. CEO Gary Nagle bekräftigte laut Mining Journal, dass die wichtigsten Anlagen weitgehend im Rahmen der Erwartungen liefen.
In den ersten neun Monaten 2026 erreichte die Kupferproduktion 598.600 Tonnen und lag damit 3% über dem Vorjahreszeitraum.
Der Vergleich wird durch die Schließung von Mount Isa und den Verkauf der Kidd-Mine beeinflusst. Ohne diese Veränderungen fällt der Zuwachs deutlicher aus: Bereinigt stieg die Kupferförderung um 12%.
Kobalt schwach, Kohle mit unterschiedlichem Ausblick
Besonders ausgeprägt ist der Rückgang bei Kobalt. In den ersten neun Monaten 2026 sank die Förderung um 52% auf 13.700 Tonnen.
Glencore führt die Entwicklung auf die Exportquoten in der Demokratischen Republik Kongo zurück. Bei Zink belasteten unter anderem Lady Loretta und niedrigere Erzgehalte bei Antamina die Produktion. Die Schwäche einzelner Metalle steht damit im Gegensatz zur insgesamt bestätigten Jahresplanung.
Bei Kokskohle förderte Glencore im dritten Quartal 2026 insgesamt 8,0 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Zuwachs von 14%.
Trotz dieser Erholung erwartet der Konzern die Kokskohleproduktion für das Gesamtjahr nur am unteren Ende seiner Zielspanne. Bei Zink und Kraftwerkskohle sieht Glencore die Förderung dagegen am oberen Ende der jeweiligen Prognosen. Nickel soll etwa die Mitte der Spanne erreichen.
Marketinggeschäft stützt die Ergebniserwartung
Für das Marketinggeschäft erwartet Glencore 2026 ein bereinigtes operatives Ergebnis von mehr als 5 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr waren es 3,3 Milliarden US-Dollar.
Damit liefert dieser Bereich einen positiven Gegenpol zur uneinheitlichen Förderentwicklung. Für Anleger stehen nun vor allem zwei Punkte im Mittelpunkt: die erwartete Produktionssteigerung bei Collahuasi und die Umsetzung der hohen Ergebniserwartung im Marketinggeschäft. Die Jahresziele bleiben bestehen, bei Kupfer und Kokskohle richtet sich die Planung jedoch ausdrücklich auf deren untere Grenzen.
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