Der Rohstoffriese Glencore richtet sich strategisch neu aus und positioniert sich zunehmend als unverzichtbarer Partner westlicher Regierungen. Während Altlasten im Portfolio konsequent abgestoßen werden, zielt der Konzern auf eine Schlüsselrolle in der Versorgung der USA mit kritischen Mineralien ab. Gelingt mit dieser geopolitischen Agenda und einer spürbaren operativen Erholung die langfristige Trendwende?
Allianz mit den USA
Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht Glencores Wandel vom reinen Bergbaukonzern zum strategischen Akteur. Das Unternehmen kauft derzeit gezielt Kobaltbestände auf, um diese voraussichtlich in die nationale Sicherheitsreserve der USA („Project Vault“) zu überführen. Dieser Schritt erfolgt parallel zu einer Vereinbarung mit dem US-gestützten Orion-Konsortium über Projekte im Kongo.
Marktbeobachter werten diese Schritte als klaren Versuch, sich als Alternative zu chinesischen Lieferketten zu etablieren. Durch die Sicherung von knapp 2.000 Tonnen Kobalt in einem verknappten Markt macht sich Glencore für Washington unverzichtbar.
Gleichzeitig bereinigt das Management das eigene Portfolio. Die kanadischen Kidd Operations, die eigentlich vor der Schließung standen, werden an Discovery Silver verkauft. Dies erspart Glencore hohe Kosten für die Renaturierung und bringt stattdessen Unternehmensanteile sowie potenzielle zukünftige Einnahmen ein.
Zahlen zeigen deutliche Erholung
Auch operativ scheint die Talsohle durchschritten. Zwar sank das bereinigte EBITDA im Gesamtjahr 2025 leicht auf 13,5 Milliarden US-Dollar, doch der Trend zeigt nach oben: Das zweite Halbjahr wies im Vergleich zu den ersten sechs Monaten einen Gewinnsprung von knapp 50 Prozent auf. Unter dem Strich steht wieder ein Nettogewinn von 363 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Milliardenverlust verbucht werden musste.
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Für Anleger soll sich dies in einer Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie niederschlagen. Der langfristige Fokus liegt dabei massiv auf Kupfer: Bis 2035 plant das Unternehmen, die Produktion auf 1,6 Millionen Tonnen jährlich zu steigern, um die Nachfrage der Energiewende zu bedienen.
Aktienkurs konsolidiert nach Rally
An der Börse wurde der strategische Umbau in den letzten Monaten bereits honoriert. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von über 21 Prozent. Zuletzt setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, was sich in einem Wochenverlust von rund 5 Prozent widerspiegelt. Zum Schlusskurs am Freitag notierte der Anteilsschein bei 5,77 Euro und hält damit einen Abstand von etwa 6 Prozent zum jüngsten 52-Wochen-Hoch.
Die Kombination aus Portfolio-Bereinigung und der engen Allianz mit den USA stärkt die Marktposition von Glencore erheblich. Das Kupfer-Geschäft bildet dabei das langfristige fundamentale Rückgrat. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun sein, ob die Integration der neuen Projekte im Kongo reibungslos verläuft und die ambitionierten Produktionsziele bis 2028 eingehalten werden können.
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