Glencore Aktie: Nersa entscheidet alles
Die Genehmigung eines Sondertarifs durch die Behörde Nersa ist entscheidend für die Wiederinbetriebnahme von Glencores Ferrochrom-Anlagen. Das Joint Venture akzeptiert den Tarif vorläufig, während die Kobalt-Prognose unklar bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Vier von fünf Schmelzanlagen sind derzeit stillgelegt
- Sondertarif-Antrag für günstigeren Strom bei Nersa eingereicht
- Glencore-Merafe-JV akzeptiert Tarif vorbehaltlich Klärungen
- Konzern kann keine Kobalt-Prognose für 2026 abgeben
Vier von fünf Schmelzkomplexen stehen still. Jetzt liegt das Schicksal von Glencores südafrikanischem Ferrochrom-Geschäft bei einer Regulierungsbehörde — und die Uhr tickt.
Am 10. April stellte der Staatsversorger Eskom bei der nationalen Energieregulierungsbehörde Nersa formal den Antrag auf Genehmigung eines Sondertarifs von 0,62 Rand pro Kilowattstunde für Ferrochrom-Produzenten. Begünstigte: Samancor Chrome sowie das Joint Venture von Glencore und Merafe Resources. Bereits im Februar hatte Eskom eine Strompreissenkung von 29 Prozent in Aussicht gestellt, um Massenentlassungen zu verhindern.
Provisorische Einigung mit Vorbehalten
Das Glencore-Merafe-Joint Venture hatte ursprünglich Einwände gegen einzelne Tarifbedingungen erhoben. Nach Überarbeitung einiger Konditionen akzeptiert es den Tarif nun vorläufig — „vorbehaltlich bestimmter Klärungspunkte“, wie es in einer Erklärung vom Freitag heißt. Das Unternehmen bezeichnete den Schritt als „bedeutend und positiv“ und verlängerte gleichzeitig den Konsultationsprozess zu möglichen Stellenkürzungen um einen Monat bis zum 11. Mai.
Südafrika ist zwar der weltgrößte Produzent von Chromerz, doch die heimische Ferrochrom-Industrie leidet unter hohen Energiekosten und wachsendem Konkurrenzdruck aus China. Dass billiger Strom allein kein Allheilmittel ist, zeigt Samancor Chrome: Das Unternehmen hält die Tarifbedingungen für nicht tragfähig und hatte im März seine Entlassungsverfahren wieder aufgenommen.
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Kobalt-Prognose bleibt offen
Neben den Ferrochrom-Problemen belastet Glencore ein weiteres Unsicherheitsfeld: Wegen Exportrestriktionen im Kongo und nötiger operativer Anpassungen sieht sich der Konzern außerstande, eine verlässliche Kobalt-Produktionsprognose für 2026 zu liefern.
Auf der Habenseite steht eine angekündigte Gesamtausschüttung von 2 Milliarden US-Dollar — bestehend aus einer ordentlichen Dividende sowie einer Sonderdividende, zahlbar in zwei Tranchen im Juni und September.
Das Joint Venture hat Nersa aufgefordert, den Genehmigungsprozess innerhalb von 30 Tagen abzuschließen. Ob die stillgelegten Anlagen noch 2026 wieder hochgefahren werden können, hängt direkt von dieser Entscheidung ab. Ein erstes Produktionsupdate für das erste Quartal ist für den 30. April geplant.
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