Glencore Aktie: Unstimmigkeiten offenbart?

Glencore stellt Eskom ein Ultimatum für einen Stromrabatt. Scheitern die Verhandlungen bis Ende März, plant der Konzern die Entlassung von 2.500 Mitarbeitern und die Schließung von Werken.

Felix Baarz ·
Glencore Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Ultimatum für Stromrabatt bis 31. März
  • Drohende Entlassung von 2.500 Mitarbeitern
  • Gewerkschaft kündigt rechtliche Schritte an
  • Aktienkurs gibt nach Verhandlungsverhärtung nach

In Südafrika droht ein wichtiger Deal für die Ferrochrom-Industrie zu platzen. Glencore hat dem staatlichen Stromversorger Eskom ein finales Angebot für vergünstigte Energietarife vorgelegt und knüpft daran eine harte Bedingung. Scheitern die Verhandlungen bis Ende des Monats, stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Das Glencore-Merafe Chrome Venture wehrt sich gegen die aktuellen Bedingungen eines vorgeschlagenen Stromrabatts. Obwohl Eskom einen stark reduzierten Tarif von 62 Cent pro Kilowattstunde anbietet – ein Bruchteil des Standardtarifs von knapp 221 Cent –, bezeichnet der Rohstoffkonzern die Konditionen als kommerziell nicht umsetzbar. An der Börse reagierten Anleger auf die Verhärtung der Fronten mit Verkäufen. Nachdem der Kurs am Mittwoch noch ein neues 52-Wochen-Hoch bei 6,26 Euro markiert hatte, gab das Papier heute um 1,82 Prozent auf 6,14 Euro nach.

Ultimatum an Eskom

Ein überarbeiteter Vorschlag liegt nun bei Eskom und der Regierung auf dem Tisch. Dieser muss zwingend bis zum 31. März von der südafrikanischen Energieregulierungsbehörde Nersa genehmigt werden. Glencore macht deutlich, dass eine weitere Verzögerung keine Option ist. Bereits die Verschiebung der ursprünglichen Frist Ende Februar verursachte erhebliche Kosten, da Mitarbeiter stillstehender Schmelzbetriebe weiterbezahlt wurden. Ohne eine fristgerechte Einigung plant das Unternehmen die Entlassung von 2.500 Arbeitnehmern.

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Gewerkschaft droht mit Klage

Die harte Haltung des Konzerns ruft massiven Widerstand hervor. Die Metallarbeitergewerkschaft Numsa verurteilt die Entlassungspläne scharf und kündigt rechtliche Schritte an, da den Unternehmen bereits weitreichende Tarifzugeständnisse gemacht worden seien. Dabei steht für Südafrika wirtschaftlich viel auf dem Spiel. Eine flächendeckende Einigung auf bezahlbare Energie könnte stillgelegte Schmelzwerke im ganzen Land reaktivieren. Dies würde Eskom Einnahmen von knapp 18 Milliarden Rand und dem Staat Exporterlöse in Höhe von 76 Milliarden Rand bescheren.

Bis zum 31. März muss nun eine verbindliche Entscheidung der Regulierungsbehörde Nersa vorliegen. Lehnt die Behörde den finalen Gegenvorschlag ab oder lässt die Frist verstreichen, wird Glencore den Abbau der 2.500 Stellen umsetzen und die betroffenen Produktionsstätten dauerhaft herunterfahren.

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Glencore Aktie

6,13 EUR

– 0,13 EUR -2,09 %
KGV 269,75
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 3,22 %
Marktkapitalisierung 63,20 Mrd. EUR
ISIN: JE00B4T3BW64 WKN: A1JAGV

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