Gold: 10 Prozent Monatsverlust trotz Stützung
Trotz starker US-Daten und fallender Kurse verhindern massive Zentralbankkäufe einen Goldpreis-Einbruch.

Kurz zusammengefasst
- Chinesische Notenbank kauft zehn Tonnen
- Polen erwirbt über 45 Tonnen Gold
- US-Arbeitsmarkt übertrifft Erwartungen deutlich
- Goldpreis fällt um über zwei Prozent
Starke US-Arbeitsmarktdaten schickten den Goldpreis in dieser Woche auf Talfahrt. Die robuste US-Wirtschaft weckt Zinsängste und treibt die Anleiherenditen nach oben. Dennoch verhinderte eine massive Kaufwelle den kompletten Einbruch. Globale Zentralbanken stützen den Markt mit historischen Zukäufen.
Staatliche Käufer stützen den Kurs
Die chinesische Notenbank stockte ihre Reserven im Mai erneut massiv auf. Sie kaufte rund zehn Tonnen des Edelmetalls. Damit wachsen die offiziellen Bestände Pekings auf 2.332 Tonnen. Das entspricht knapp neun Prozent der gesamten chinesischen Währungsreserven.
Auch andere Staaten treten als aggressive Käufer auf. Die polnische Nationalbank erwarb in diesem Jahr bereits über 45 Tonnen. Sie baut ihre Bestände damit auf rund 595 Tonnen aus. Diese staatliche Nachfrage federt die aktuelle Schwäche privater Käufer ab.
US-Zinsen belasten den Preis
Dieser strukturellen Stütze stehen belastende US-Daten gegenüber. Der Arbeitsmarktbericht für Mai wies 172.000 neue Stellen aus. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 85.000 gerechnet. Diese Überraschung heizt Spekulationen über weitere Zinsschritte der Federal Reserve an.
Die Folge: steigende Anleiherenditen. Sie machen das zinslose Gold für Investoren unattraktiver. Der Preis rutschte im Wochenverlauf um über zwei Prozent ab. Am Freitagabend schloss das Edelmetall bei 4.241,10 US-Dollar. Auf Monatssicht steht damit ein Minus von fast zehn Prozent auf der Anzeigetafel.
Blick auf die Inflation
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage angespannt. Der Kurs notiert aktuell knapp acht Prozent unter der 50-Tage-Linie. Ein dauerhafter Verbleib oberhalb der psychologischen Unterstützung bei 4.000 US-Dollar ist nun essenziell. Nur so bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt.
In der kommenden Woche stehen die US-Verbraucherpreisdaten an. Sie liefern den nächsten Impuls für die Zinspolitik der Notenbank. Fallen die Inflationszahlen höher aus als erwartet, droht dem Goldpreis der nächste Test der wichtigen Unterstützungszonen.
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