Gold: 1,03 Milliarden aus SPDR abgezogen
Massive Kapitalabflüsse belasten den SPDR Gold Shares. Der Goldpreis zeigt sich trotzdem stabil, gestützt durch anhaltende Käufe der Notenbanken.

Kurz zusammengefasst
- Fast 1,03 Mrd. Dollar Abflüsse in fünf Tagen
- Goldbestand fällt auf tiefsten Stand seit September 2025
- Fed-Zinspolitik bleibt entscheidender Kurstreiber
- Notenbanken kaufen weiterhin 41 Tonnen Gold im Mai
Institutionelle Investoren ziehen massiv Kapital aus dem Goldmarkt ab. Binnen fünf Tagen flossen knapp 1,03 Milliarden US-Dollar aus dem SPDR Gold Shares ab. Der weltgrößte Gold-ETF verzeichnet damit einen harten Rückschlag.
Aktuell liegt der Kurs bei 4.187,30 US-Dollar. Auf Wochensicht steht zwar ein Plus von 3,87 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust aber auf 3,56 Prozent.
Tiefstand bei den Beständen
Die GLD-Bestände sanken zuletzt auf exakt 1.005,36 Tonnen. Das ist der tiefste Stand seit Ende September 2025. Damit endet eine kurze Erholung abrupt.
Silber zeigt derweil ein anderes Bild. Beim iShares Silver Trust stiegen die Bestände leicht an. Der Betreiber meldete hier überschaubare Netto-Zuflüsse von gut 14 Millionen US-Dollar.
Zinsen steuern den Kurs
Die Zinspolitik der US-Notenbank bestimmt das Marktgeschehen. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh beließ den Leitzins zuletzt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Ausblick signalisierte zunächst einen Zinsanstieg auf 3,8 Prozent zum Jahresende.
Jüngste Daten schwächen dieses Szenario ab. Beim EZB-Forum in Sintra dämpfte Warsh am 1. Juli die Inflationssorgen. Parallel dazu lieferte der Juni einen schwachen US-Arbeitsmarktbericht. Die Chance auf einen Zinsschritt im September sank folglich von 67 auf rund 50 Prozent.
Zentralbanken stützen den Markt
Eine wichtige Basis bleibt intakt. Die Zentralbanken agieren weiterhin als Käufer. Im Mai stockten sie ihre offiziellen Goldreserven netto um 41 Tonnen auf. Ein stabiler Boden. Die Diskrepanz zwischen vorsichtigen ETF-Anlegern und kaufenden Notenbanken prägt den Markt.
Am 14. Juli blicken Händler auf den neuen US-Inflationsbericht. Am 28. und 29. Juli folgt die nächste geldpolitische Sitzung der Fed. Frische Wirtschaftsprojektionen wird es dort nicht geben.
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