Gold: 1,4 Prozent auf 4.728,80 Dollar

Gold erreicht dank staatlicher Bondmarkt-Interventionen und geopolitischer Spannungen neue Höhen. Analysten sehen den Markt jedoch überkauft.

Redaktion Stock-World ·
Glänzende Goldbarren auf einer dunklen Schieferplatte mit weicher, kinoreifer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis klettert um 1,4 Prozent
  • Staatsanleihen-Rückkäufe treiben Edelmetallnachfrage
  • Geopolitische Krisen verstärken Sicherheitsbedürfnis
  • RSI signalisiert überkaufte Marktlage

Der Goldpreis notiert am Montag bei 4.728,80 Dollar je Feinunze und legt damit im Tagesverlauf um 1,4 Prozent zu. Ausschlaggebend ist diesmal keine schwache Konjunkturzahl, sondern ein politischer Paukenschlag: Präsident Trump droht laut n-tv dem Anleihemarkt mit dem Militär als „ultimativer Intervention“, während Finanzminister Bessent das Rückkaufprogramm für Staatsanleihen weiter verdoppelt.

Die Ankündigung trifft auf ohnehin nervöse Bondmärkte. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit 19 Jahren, wie mehrere Marktbeobachter berichten. Bessent signalisierte demnach, das Finanzministerium könnte seine liquiden Barreserven von rund 935 Milliarden Dollar nutzen, um Anleiherückkäufe zu finanzieren und die gestiegenen Renditen zu deckeln.

Für Investoren liest sich das als verstecktes Eingeständnis: Der Staat greift zu ungewöhnlichen Mitteln, um die eigene Verschuldung von über 40 Billionen Dollar tragbar zu halten. Genau dieses Szenario nährt den sogenannten Debasement Trade – die Wette auf eine schleichende Entwertung der Währung, von der Gold traditionell profitiert.

Politische Eskalation als zusätzlicher Treiber

Neben der Bondmarkt-Intervention sorgt auch die Iran-Politik für Rückenwind. Bessent kündigte laut Bild einen „wirtschaftlichen D-Day“ gegen Iran an, mit einer Pressekonferenz am Montagabend und dem erklärten Ziel, die wirtschaftlichen Lebensadern des Landes zu kappen. Solche geopolitischen Zuspitzungen erhöhen typischerweise die Nachfrage nach sicheren Häfen – ein Effekt, der sich in den jüngsten Kursgewinnen widerspiegelt.

Auch am Ukraine-Konflikt bleibt die Lage angespannt: Präsident Selenskyj erteilte am 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit einer Kapitulation eine klare Absage und forderte weitere Flugabwehrsysteme. Deutschlands Außenminister Wadephul kündigte ein Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Rubio an. Diese Gemengelage aus militärischer Drohkulisse, Sanktionspolitik und ungelösten Konflikten treibt Anleger in Sachwerte.

Charttechnik zeigt überkauftes Terrain

Mit dem aktuellen Niveau liegt Gold rund 40 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 3.366,00 Dollar, das im August vergangenen Jahres markiert wurde. Zum bisherigen Rekordhoch von 5.586,20 Dollar aus dem Januar fehlen dagegen noch 15 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 72,9 signalisiert eine überkaufte Marktlage, was kurzfristige Rücksetzer wahrscheinlicher macht, auch wenn der übergeordnete Trend intakt bleibt.

Fondsprofessionell berichtet von Gold-ETF-Zuflüssen von mehr als 28 Tonnen allein in der vergangenen Woche – ein Indiz dafür, dass institutionelle Anleger die Rally aktiv mittragen. Bridgewater-Gründer Ray Dalio empfiehlt demnach mittlerweile eine Goldquote von bis zu 15 Prozent im Portfolio, ein deutliches Signal für die strukturelle Neubewertung des Edelmetalls in unsicheren Zeiten.

Blick nach vorn: Jackson Hole als nächster Prüfstein

Für die kommenden Tage rückt die Rede des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh am Freitag in Jackson Hole in den Fokus. Analysten erwarten Hinweise darauf, ob die Notenbank die Treasury-Rückkäufe des Finanzministeriums unterstützt oder kritisch sieht.

Zusätzlich richtet sich der Blick auf die PCE-Inflationsdaten am Mittwoch, die weiteren Aufschluss über den Kurs der Geldpolitik geben dürften. Beide Termine könnten die Richtung vorgeben, in die sich der Goldpreis nach seinem jüngsten Kraftakt als Nächstes bewegt.

Anzeige

Stand heute, 10. Oktober: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 10. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Gold: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Gold Rohstoff

4.219,40 USD

+ 61,10 USD +1,47 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

Community Forum zu Gold

Ähnliche Artikel

Seagate Technology Aktie: Magnetköpfe-Poker?

Seagate Technology Aktie: Magnetköpfe-Poker?

Trading & Momentum ·
Partners Group Aktie: 1 Milliarde Euro für Wohnimmobilien

Partners Group Aktie: 1 Milliarde Euro für Wohnimmobilien

Immobilien & REITs ·
DAX: Telekom-Schlusslicht trotz Rally

DAX: Telekom-Schlusslicht trotz Rally

Telekommunikation ·
SpaceX kauft Mobilfunkfrequenzen und setzt Branche unter Druck

SpaceX kauft Mobilfunkfrequenzen und setzt Branche unter Druck

Raumfahrt ·
Super Micro Computer Aktie: Gründerpaar verkauft Aktien

Super Micro Computer Aktie: Gründerpaar verkauft Aktien

Nasdaq ·

Weitere Artikel zu Gold

Alle Artikel anzeigen
Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand

Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand

Forex ·
Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong

Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong

Gold & Edelmetalle ·
Gold: Zweimonatstief als Wendepunkt?

Gold: Zweimonatstief als Wendepunkt?

Forex ·
Gold: Renditen-Schock!

Gold: Renditen-Schock!

Forex ·
Gold: Zinsangst bremst Rally

Gold: Zinsangst bremst Rally

Forex ·