Gold: 14-Prozent-Crash im Q2

Gold verzeichnet mit minus 14 Prozent den stärksten Quartalsrückgang aller Zeiten, ausgelöst durch Zinserhöhungssignale der Fed.

Redaktion Stock-World ·
Ein einzelner, großer, zerbrochener Goldbarren liegt auf einer dunklen Oberfläche, symbolisiert einen Wertverlust. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold mit Rekord-Quartalsverlust von 14%
  • Fed-Zinserhöhungen belasten Edelmetall
  • Goldman Sachs senkt Kursziel drastisch
  • Zentralbanken kaufen verdeckt große Mengen

Gold beendet das zweite Quartal 2026 mit einem beispiellosen Einbruch. Das Edelmetall verbucht ein Minus von rund 14 Prozent. Es ist der stärkste Quartalsrückgang aller Zeiten. Ein restriktiver Kurs der US-Notenbank treibt Anleger aus dem Markt.

Zinswende drückt den Preis

Der Haupttreiber für den Absturz ist die Federal Reserve. Unter Notenbankchef Kevin Warsh signalisiert die Zentralbank mögliche Zinserhöhungen für dieses Jahr. Die US-Inflation verharrt bei 4,2 Prozent. Das zwingt die Währungshüter zum Handeln.

Die Folge: Höhere Zinsen belasten das zinslose Edelmetall. Sie treiben den US-Dollar und die Renditen von Staatsanleihen nach oben. Die Märkte preisen aktuell drei Zinsanhebungen ein. Für September liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60 Prozent.

Auslöser dieser Neubewertung war ein extrem starker US-Arbeitsmarktbericht Anfang Juni. Er übertraf die Erwartungen massiv. Der Goldpreis brach daraufhin an einem einzigen Tag um 3,7 Prozent ein.

Großbanken streichen Kursziele

Die veränderte Zinslandschaft zwingt Analysten zur Korrektur. Goldman Sachs senkt das Ziel für Ende 2026 drastisch auf 4.900 US-Dollar. Die Experten streichen alle Zinssenkungen für das laufende Jahr aus ihrer Prognose.

Erste Lockerungen erwartet die Bank nun frühestens im Juni und Dezember 2027. Als weiteren Belastungsfaktor nennt Goldman nachlassende Zuflüsse in asiatische Gold-ETFs. J.P. Morgan bleibt hingegen optimistisch. Die Bank erwartet bis Jahresende einen Anstieg auf 6.000 US-Dollar.

Verdeckte Käufe stützen den Markt

Trotz des Preisverfalls bleibt die Nachfrage der Zentralbanken ein stabilisierender Faktor. Offiziell meldeten die Staaten im ersten Quartal zwar nur Nettokäufe von 16 Tonnen. Die Türkei verkaufte allein im März große Bestände.

Doch das offizielle Bild trügt. Der World Gold Council analysiert alternative Daten aus dem Londoner Markt und Schweizer Raffinerien. Die Experten schätzen die tatsächlichen Käufe im ersten Quartal auf 244 Tonnen. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal.

Besonders China greift massiv zu. Die chinesischen Nettoimporte stiegen Anfang des Jahres auf 317 Tonnen. Parallel dazu erhöhte die Volksbank ihre offiziellen monatlichen Käufe deutlich.

Arbeitsmarktdaten im Fokus

Die kommenden Tage dürften volatil bleiben. Anleger blicken gespannt auf neue Makrodaten. Der Einkaufsmanagerindex und der US-Arbeitsmarktbericht für Juni stehen an.

Diese Zahlen entscheiden über die Richtung im dritten Quartal. Fällt der Arbeitsmarkt erneut so stark aus, droht dem Goldpreis der nächste Zins-Schock.

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