Gold: 2 Prozent auf 4.304 Dollar nach Iran-Deal
Ein vorläufiger Friedenspakt zwischen USA und Iran treibt den Goldpreis um über zwei Prozent nach oben. Der schwächere Dollar und sinkende Zinserwartungen stützen die Erholung.

Kurz zusammengefasst
- Friedensabkommen treibt Goldpreis
- Ölpreis bricht um vier Prozent ein
- Dollar fällt auf Zehn-Tages-Tief
- Fed-Zinserhöhung wird unwahrscheinlicher
Ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran hat den Goldmarkt am Montag in Bewegung gebracht. Der Spot-Preis stieg um über 2 Prozent auf rund 4.304 US-Dollar je Unze — eine scharfe Erholung nach Wochen unter Druck.
Ölpreise fallen, Dollar schwächelt, Gold profitiert
Die Einigung sieht ein Ende der Kampfhandlungen, die Aufhebung der US-Seeblockade und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Die offizielle Unterzeichnung plant Trump für kommenden Freitag in der Schweiz. Der 14-Punkte-Entwurf enthält außerdem die Freigabe von rund 24 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern.
Brent-Rohöl brach daraufhin um etwa 4 Prozent auf rund 84 US-Dollar je Barrel ein. Weniger Öldruck bedeutet weniger Inflation. Der US-Dollar rutschte auf ein 10-Tages-Tief — und ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger. Die Folge: steigende Nachfrage.
Fed-Erwartungen drehen sich
Die geopolitische Entspannung verändert auch die Zinsperspektive. Laut CME FedWatch Tool sank die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im Dezember von 69 auf rund 47 Prozent. Weniger Zinsangst stützt Gold zusätzlich.
Zeitgleich blicken Märkte auf die FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Institutionelle Analysten werten die aktuelle Stabilisierung als Bodenbildung — Gold hatte seit Kriegsbeginn Ende Februar rund 20 Prozent verloren. Der Freitagsschlusskurs von 4.239,70 US-Dollar lag noch rund 8 Prozent über dem 52-Wochen-Tief und fast 25 Prozent unter dem Januarhoch von 5.626,80 US-Dollar.
Breite Erholung, aber technische Hürden bleiben
Silber legte um über 3 Prozent auf über 70 US-Dollar je Unze zu. Platin und Palladium verbuchten ebenfalls Kursgewinne von über 3 Prozent.
Allerdings bleibt das Umfeld komplex. Ob der Anstieg Bestand hat, hängt davon ab, ob das Abkommen trägt. Technisch liegt der nächste Widerstand bei 4.415 US-Dollar — gut 100 Dollar über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 36 signalisiert, dass Gold noch nicht überkauft ist. Raum nach oben ist vorhanden, solange der Frieden hält.
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