Gold: 2,34 Milliarden Dollar Zufluss in einer Woche

Anleger flüchten aus Aktien in Gold und Edelmetallfonds. In einer Woche flossen über zwei Milliarden Dollar in die sicheren Häfen.

Redaktion Stock-World ·
Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 2,34 Mrd. Dollar Zufluss in Goldfonds
  • Aktienfonds verlieren 6,13 Mrd. Dollar
  • Gold-ETFs verzeichnen April-Rekordzuflüsse
  • Hohe Anleiherenditen bremsen Gold nicht

2,34 Milliarden Dollar in einer Woche. Gold- und Edelmetallfonds ziehen Anlegergeld an, während Aktienfonds bluten. Die zweite Zuflusswoche in Folge beim Gold – und der erste wöchentliche Mittelabzug aus globalen Aktienfonds seit neun Wochen.

Die Botschaft der LSEG-Lipper-Daten ist klar: Anleger rotieren. Aus Aktien flossen 6,13 Milliarden Dollar ab, parallel strömte Kapital in Gold, Edelmetallfonds und Anleihen. Steigende langfristige Finanzierungskosten, Inflationssorgen und geopolitische Unsicherheit treiben den Shift.

Am Spotmarkt notierte Gold am Montag bei 4.523,20 Dollar je Unze. Der RSI von 49,8 signalisiert einen neutralen Markt, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5.450 Dollar beträgt 17 Prozent. Die Bewegung läuft derzeit nicht allein über den Kassamarkt.

ETF-Zuflüsse stützen die Nachfrage

Der Fondskanal war bereits vor den aktuellen Wochendaten ein Stabilitätsanker. Der World Gold Council meldete für April globale Zuflüsse von 6,6 Milliarden Dollar in physisch besicherte Gold-ETFs. Nach Abflüssen im März kehrten Anleger zurück – die weltweiten Bestände stiegen um 45 Tonnen auf 4.137 Tonnen.

Regional liefen die stärksten April-Zuflüsse über Europa mit 3,7 Milliarden Dollar. Nordamerika folgte mit einer Milliarde, Asien steuerte weitere 1,8 Milliarden bei – dort hält der Zufluss bereits den achten Monat in Folge.

Das macht die Goldnachfrage breiter als eine reine Futures-Bewegung. Anleger nutzen börsengehandelte Produkte, Edelmetallfonds und physische Strukturen, während andere Anlageklassen unter Druck stehen.

Renditen steigen, Gold bleibt gefragt

Der makroökonomische Hintergrund bleibt widersprüchlich. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise auf 5,201 Prozent – den höchsten Stand seit 2007. Steigende Renditen belasten Gold eigentlich, weil das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Dennoch floss weiter Kapital zu.

Ein schwächerer Dollar und fallende Ölpreise gaben parallel Impulse. Sie dämpfen Inflationssorgen und machen Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger. Am Montag stieg der Spotpreis um 1,2 Prozent, während die US-Märkte wegen Memorial Day geschlossen blieben und die Preisbildung stärker über internationale Märkte lief.

Das zweigeteilte Bild bleibt bestehen: Investmentnachfrage über Fondsprodukte bleibt sichtbar, während Renditen, Dollar und Energiepreise die kurzfristige Richtung mitbestimmen. Die Kapitalzuflüsse zeigen, dass Gold auch bei hohen Renditen als Absicherungsbaustein gefragt ist – institutionelle und private Anleger setzen auf Schutz, nicht auf Rendite.

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