Gold: 244 Tonnen im ersten Quartal
Zentralbanken und Anleger flüchten aus dem US-Dollar und treiben die Goldnachfrage auf Rekordniveau. Trotz kurzfristiger Kursverluste bleibt der Ausblick positiv.

Kurz zusammengefasst
- Zentralbanken verlieren Vertrauen in Dollar
- Goldkäufe steigen auf 244 Tonnen
- Kursrückgang trotz hoher Nachfrage
- Langfristprognosen sehen Gold bei 6.000 Dollar
Staatsfonds und Zentralbanken verwalten weltweit 29 Billionen Dollar. Genau diese Schwergewichte verlieren massiv das Vertrauen in den US-Dollar. Der große Profiteur dieser Umschichtung ist Gold.
Flucht aus dem Dollar
Das Misstrauen wächst rasant. Rund 61 Prozent der befragten Zentralbanken werten die US-Staatsverschuldung als Gefahr für die Weltleitwährung. Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 20 Prozent. Ein solches Tempo beim Vertrauensverlust dokumentiert die Umfrage zum ersten Mal.
Dieser Kurswechsel zeigt sich direkt in den Orderbüchern. Im ersten Quartal kauften Notenbanken weltweit 244 Tonnen Gold. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Polen und Usbekistan führten die Käuferliste dabei an.
Goldman Sachs rechnet im weiteren Jahresverlauf mit durchschnittlichen Käufen von 60 Tonnen pro Monat. Parallel dazu greifen auch Privatanleger massiv zu. Die globale Nachfrage nach Münzen und Barren erreichte im Auftaktquartal 474 Tonnen. Das ist der zweithöchste jemals gemessene Wert.
Zinsangst drückt den Kurs
Trotz dieser massiven Nachfrage steht der Kurs am Montag unter Druck. Die Feinunze verbilligt sich leicht auf gut 4.067 US-Dollar. Auf Monatssicht verlor das Edelmetall damit rund neun Prozent. Auf Jahressicht bleibt jedoch ein sattes Plus von 23 Prozent.
Der Gegenwind kommt direkt von der US-Notenbank. Die Fed hob ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr drastisch auf 3,6 Prozent an. Zuvor gingen die Währungshüter von lediglich 2,7 Prozent aus. Der Markt preist nun drei Zinserhöhungen ein.
Die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Zinsschritt im September liegt bei 62 Prozent. Das treibt die Renditen von Staatsanleihen und macht das zinslose Gold kurzfristig weniger attraktiv.
Geopolitik und Prognosen
Ein weiterer Dämpfer für den Goldpreis ist die leichte Entspannung im Nahen Osten. Am Donnerstag griff der Iran noch Schiffe und Militärbasen in Kuwait und Bahrain an. Daraufhin reagierten die USA mit Gegenschlägen. Nun setzten die Konfliktparteien ihre Angriffe vorerst aus. In dieser Woche sollen Friedensgespräche in Doha starten.
Langfristig bleiben Analysten extrem bullisch. J.P. Morgan sieht den Goldpreis bis Ende 2026 bei 6.000 Dollar. Für das Folgejahr halten die Experten sogar 6.300 Dollar für möglich. Kurzfristig liefert der anstehende US-Arbeitsmarktbericht sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex die nächsten konkreten Hinweise für die Zinspolitik.
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