Gold: 289 Tonnen Notenbankkäufe im zweiten Quartal

Gold klettert auf 4.478,80 Dollar je Feinunze. Moderate US-Inflationsdaten und anhaltende Notenbankkäufe stützen den Preis trotz Fed-Zinsdebatte.

Redaktion Stock-World ·
Ein Stapel glänzender Goldbarren in einem Tresorraum bei gedämpftem Licht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis steigt auf 4.478 Dollar
  • Inflationsdaten dämpfen Zinserhöhungssorgen
  • Notenbanken kaufen weiterhin kräftig Gold
  • Nahost-Konflikt bleibt Unsicherheitsfaktor

Drei Fed-Präsidenten stimmen für eine Zinserhöhung. Der Chef hält trotzdown die Zinsen stabil. Und mittendrin klettert Gold auf den höchsten Stand seit Wochen.

Der Goldpreis schloss am Mittwoch bei 4.478,80 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,2 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Zuwachs von 10 Prozent zu Buche. Der RSI-Wert von 68,9 signalisiert allerdings, dass der Markt kurzfristig heiß gelaufen sein könnte.

Inflationsdaten dämpfen Zinssorgen

Auslöser der Rally waren die US-Verbraucherpreise für Juli. Sie stiegen weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Das nahm den Märkten die Sorge vor einer schnellen Zinserhöhung der Fed.

Die Daten kamen nach einem bereits schwachen Arbeitsmarktbericht der Vorwoche. Anleger reduzierten daraufhin ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, ist ein moderateres Zinsumfeld ein klarer Vorteil.

Die geldpolitische Lage bleibt trotzdem angespannt. Die Fed ließ Ende Juli ihren Leitzins unverändert. Bemerkenswert war das Abstimmungsverhalten: Erstmals seit 2016 stimmten gleich drei regionale Fed-Präsidenten für eine Erhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh hielt die Zinsen dennoch stabil.

Straße von Hormus bleibt Unsicherheitsfaktor

Neben der Zinsdebatte treibt die Lage im Nahen Osten den Goldpreis. Pakistans Verteidigungsminister erklärte, die USA und Iran seien „nahe an einer Art Vereinbarung“, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Präsident Trump behauptete dagegen, die USA hätten bereits „volle Kontrolle“ über die Wasserstraße.

Die widersprüchlichen Signale sorgten zuletzt für Schwankungen. An den Vortagen war Gold zeitweise unter die Marke von 4.400 Dollar gerutscht. Anleger nahmen nach der starken Rally Gewinne mit und wogen die möglichen Folgen steigender Ölpreise für Inflation und Zinsausblick ab.

Zentralbanken kaufen unvermindert

Strukturell stützen Notenbankkäufe den Goldmarkt weiter. Chinas Zentralbank kaufte im Juli rund 20 Tonnen Gold dazu – der 21. Monat in Folge mit Zukäufen. Im Juni hatte sie bereits etwa 15 Tonnen erworben, den größten monatlichen Zuwachs seit Oktober 2023.

Global fiel das Kaufvolumen im zweiten Quartal noch deutlicher aus. Notenbanken weltweit erwarben schätzungsweise 289 Tonnen Gold. Chinesische institutionelle Anleger bauten parallel ihre Bestände als Absicherung gegen Volatilität in anderen Märkten aus, goldgedeckte Indexfonds in China verzeichneten ihre längste Zuflussserie seit Monaten.

Ausblick

Die Märkte bleiben gespalten, ob die Fed im September die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Steigende Ölpreise könnten eine restriktivere Haltung der Notenbank stützen. Solange diese Unsicherheit anhält und die Lage an der Straße von Hormus ungeklärt bleibt, dürfte Gold seine Rolle als bevorzugtes Absicherungsinstrument behalten.

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