Gold: 29 Prozent unter Januar-Hoch
Gold fällt auf Jahrestief, da geopolitische Spannungen nachlassen und der Dollar steigt. Neue Inflationsdaten könnten die Talfahrt verstärken.

Kurz zusammengefasst
- Gold verliert 29 Prozent seit Januar
- Iran-Abkommen senkt Risikoprämie
- Starker Dollar belastet Edelmetall
- PCE-Daten als nächster Kurstreiber
Fast 29 Prozent unter seinem Januar-Hoch — Gold steht unter Druck. Hinter dem Abverkauf steckt mehr als nur Gewinnmitnahmen.
Geopolitik dreht den Spieß um
Monatelang trieb die Angst vor einem Flächenbrand im Nahen Osten den Goldpreis nach oben. Jetzt läuft dieser Effekt rückwärts. Fortschritte bei einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran haben die Risikoprämie aus dem Markt genommen. Konkret geht es um die Straße von Hormus: Die Zusicherung, dass der Schiffsverkehr während der Verhandlungsphase ungehindert bleibt, hat Lieferunterbrechungen als Szenario deutlich unwahrscheinlicher gemacht.
Die Folge: Kapital fließt aus Gold ab. Parallel dazu sind die Rohölpreise auf das Niveau vor dem Spannungsausbruch gefallen. Sinkende Energiekosten dämpfen den Inflationsdruck — und damit auch einen zweiten Grund, Gold zu halten.
Fed und Dollar machen es nicht besser
Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh hat die US-Notenbank ihren Fokus klar auf langfristige Preisstabilität gelegt. Die harte Rhetorik stützt den Dollar, der ein 13-Monats-Hoch markiert. Ein starker Dollar macht Gold für internationale Käufer teurer. Hinzu kommt: Gold zahlt keine Zinsen. Wer Staatsanleihen mit stabilen Renditen kaufen kann, hat wenig Grund, in das Edelmetall zu wechseln.
Der RSI liegt bei knapp 30 — technisch im überverkauften Bereich. Dennoch notiert Gold auf Sieben-Tage-Sicht rund 5,4 Prozent tiefer und hat seit Jahresbeginn fast 8 Prozent verloren.
PCE-Daten als nächster Belastungstest
Strukturell stützen Zentralbanken den Markt weiterhin — durch Käufe zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven. Am Terminmarkt dominieren jedoch bärische Positionen.
Der entscheidende Datenpunkt kommt noch heute: Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, wird am Nachmittag veröffentlicht. Zeigen die Daten hartnäckige Inflation, dürfte das die Erwartung weiterer Zinserhöhungen festigen — und Gold erneut unter Druck setzen. Fallen die Zahlen dagegen moderat aus, könnte zumindest kurzfristig etwas Druck vom Markt weichen.
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