Gold: 29 Prozent unter Januar-Hoch

Gold fällt auf Jahrestief, da geopolitische Spannungen nachlassen und der Dollar steigt. Neue Inflationsdaten könnten die Talfahrt verstärken.

Dr. Robert Sasse ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gold verliert 29 Prozent seit Januar
  • Iran-Abkommen senkt Risikoprämie
  • Starker Dollar belastet Edelmetall
  • PCE-Daten als nächster Kurstreiber

Fast 29 Prozent unter seinem Januar-Hoch — Gold steht unter Druck. Hinter dem Abverkauf steckt mehr als nur Gewinnmitnahmen.

Geopolitik dreht den Spieß um

Monatelang trieb die Angst vor einem Flächenbrand im Nahen Osten den Goldpreis nach oben. Jetzt läuft dieser Effekt rückwärts. Fortschritte bei einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran haben die Risikoprämie aus dem Markt genommen. Konkret geht es um die Straße von Hormus: Die Zusicherung, dass der Schiffsverkehr während der Verhandlungsphase ungehindert bleibt, hat Lieferunterbrechungen als Szenario deutlich unwahrscheinlicher gemacht.

Die Folge: Kapital fließt aus Gold ab. Parallel dazu sind die Rohölpreise auf das Niveau vor dem Spannungsausbruch gefallen. Sinkende Energiekosten dämpfen den Inflationsdruck — und damit auch einen zweiten Grund, Gold zu halten.

Fed und Dollar machen es nicht besser

Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh hat die US-Notenbank ihren Fokus klar auf langfristige Preisstabilität gelegt. Die harte Rhetorik stützt den Dollar, der ein 13-Monats-Hoch markiert. Ein starker Dollar macht Gold für internationale Käufer teurer. Hinzu kommt: Gold zahlt keine Zinsen. Wer Staatsanleihen mit stabilen Renditen kaufen kann, hat wenig Grund, in das Edelmetall zu wechseln.

Der RSI liegt bei knapp 30 — technisch im überverkauften Bereich. Dennoch notiert Gold auf Sieben-Tage-Sicht rund 5,4 Prozent tiefer und hat seit Jahresbeginn fast 8 Prozent verloren.

PCE-Daten als nächster Belastungstest

Strukturell stützen Zentralbanken den Markt weiterhin — durch Käufe zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven. Am Terminmarkt dominieren jedoch bärische Positionen.

Der entscheidende Datenpunkt kommt noch heute: Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, wird am Nachmittag veröffentlicht. Zeigen die Daten hartnäckige Inflation, dürfte das die Erwartung weiterer Zinserhöhungen festigen — und Gold erneut unter Druck setzen. Fallen die Zahlen dagegen moderat aus, könnte zumindest kurzfristig etwas Druck vom Markt weichen.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 25. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Gold Rohstoff

4.031,50 USD

+ 15,10 USD +0,38 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

Community Forum zu Gold

Ähnliche Artikel

Brenntag Aktie: 450 Millionen EBITDA übertrifft Konsens

Brenntag Aktie: 450 Millionen EBITDA übertrifft Konsens

Earnings ·
KNDS Aktie: Erstnotiz am 13. Juli

KNDS Aktie: Erstnotiz am 13. Juli

IPOs ·
Microsoft Aktie: Commvault-Partnerschaft auf Azure

Microsoft Aktie: Commvault-Partnerschaft auf Azure

Cyber Security ·
easyJet Aktie: Castlelake bis 5. Juli zur Offerte

easyJet Aktie: Castlelake bis 5. Juli zur Offerte

Rüstung & Luftfahrt ·
Gold: 29 Prozent unter Januar-Hoch

Gold: 29 Prozent unter Januar-Hoch

Gold & Edelmetalle ·

Weitere Artikel zu Gold

Alle Artikel anzeigen
KI-Chips zünden die nächste Stufe

KI-Chips zünden die nächste Stufe

Nasdaq ·
Asiatische Märkte im Aufwind

Asiatische Märkte im Aufwind

Halbleiter ·
Gold: Goldman Sachs senkt Ziel auf 4.900 Dollar

Gold: Goldman Sachs senkt Ziel auf 4.900 Dollar

Gold & Edelmetalle ·
Gold: Deutsche Bank kürzt Q3-Ziel um 22 Prozent

Gold: Deutsche Bank kürzt Q3-Ziel um 22 Prozent

Forex ·
Gold: 4.123 Dollar je Unze

Gold: 4.123 Dollar je Unze

Gold & Edelmetalle ·