Gold: 3 Milliarden ETF-Zuflüsse im Juli
Gold-ETFs verzeichnen im Juli wieder Milliarden-Zuflüsse. Schwache US-Arbeitsmarktdaten und fallende Ölpreise stützen den Goldpreis.
Kurz zusammengefasst
- Gold-ETFs: Milliarden-Zuflüsse im Juli
- Schwache US-Daten stützen Goldpreis
- Europa und Asien treiben Nachfrage
- Fed-Sitzung als nächster Prüfstein
Monatelang zogen Anleger ihr Geld aus Gold-ETFs ab. Im Juli kehrte sich der Trend um. Weltweite goldgedeckte Fonds sammelten 3 Milliarden US-Dollar ein und beendeten damit zwei Monate mit Nettoabflüssen. Das verwaltete Vermögen der Fonds stieg um 1 Prozent auf 530 Milliarden US-Dollar.
Der Goldpreis untermauert diese Wende. Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.401,40 US-Dollar, ein Plus von 2,37 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Anstieg von 7,07 Prozent zu Buche.
Europa und Asien treiben die Nachfrage
Die Kapitalrückkehr verteilte sich regional sehr unterschiedlich. Europäische Fonds sammelten im Juli 2 Milliarden US-Dollar ein und stellten damit den größten Teil des neuen Kapitals. Das Vereinigte Königreich führte mit 875 Millionen US-Dollar, die Schweiz folgte mit 657 Millionen US-Dollar.
Asiatische Investoren bleiben ebenfalls aktiv. Sie kauften im Juli Gold-ETF-Anteile im Wert von 616 Millionen US-Dollar und behaupten damit ihre Rolle als wichtigste Zuflussregion des Jahres 2026.
Der positive Trend hält auch im August an. Marktbeobachter sehen einen möglichen Auslöser am Energiemarkt: Fallende Ölpreise dämpfen die Inflationssorgen, da günstigere Energie das allgemeine Preisniveau senkt.
Schwacher Arbeitsmarktbericht sorgt für Kurssprung
Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat die Zinserwartungen durcheinandergewirbelt. Die am Freitag veröffentlichten Julidaten fielen überraschend schwach aus. Der Markt preist inzwischen ein, dass die Fed die Zinsen im September doch nicht anhebt.
Die Renditen von US-Staatsanleihen und der Dollar-Index gaben daraufhin nach. Charttechnisch hat der Goldpreis dadurch an Fahrt gewonnen. Der Kurs notiert klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.173,98 US-Dollar, ein Plus von 5,45 Prozent.
Als nächste Hürden gelten die Marken bei 4.500 und 4.800 US-Dollar. Erst ein Ausbruch darüber dürfte den Aufwärtstrend endgültig bestätigen.
FOMC-Sitzung im September als nächster Prüfstein
Die nächste Notenbanksitzung dürfte die Richtung vorgeben. Am 15. und 16. September entscheidet die Fed über die Zinsen. Bislang ging die Mehrheit der Marktakteure von einer weiteren Straffung aus.
Bestätigen sich die schwachen Arbeitsmarktdaten, könnte die Fed davon absehen. Niedrigere Realzinsen senken die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall. Das wirkt tendenziell unterstützend für Gold.
Auch die US-Fonds beteiligen sich wieder am Aufbau ihrer Goldbestände. Im Juli verzeichneten sie Netto-Zuflüsse von 44 Millionen US-Dollar, nach Monaten der Zurückhaltung. Analysten von State Street werten die Rückkehr der ETF-Anleger als Signal für eine Stimmungsaufhellung nach der scharfen Korrektur der vergangenen Monate.
Fällt die Zinserhöhung im September aus, dürfte das dem Goldpreis zusätzlichen Rückenwind geben. Die nächste Bewährungsprobe wartet dann bei der Marke von 4.500 US-Dollar.
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