Gold: 3,65 Prozent Wochenverlust auf 4.173 Dollar
Gold fällt auf Wochensicht um 3,65 Prozent. Fed-Sitzung und geplatzte Iran-Gespräche setzen dem Edelmetall zu.

Kurz zusammengefasst
- Gold verliert 3,65 Prozent in einer Woche
- Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung im September
- Geplante Iran-Gespräche platzen überraschend
- Technische Indikatoren zeigen anhaltende Schwäche
Gold steht massiv unter Druck. Das Edelmetall verlor auf Wochensicht 3,65 Prozent und schloss am Freitag bei 4.172,90 US-Dollar. Der Markt verarbeitet ein brisantes Gemisch aus Notenbankpolitik und geopolitischen Rückschlägen. Die Abwärtsspirale hat klare Gründe.
Neue Härte der US-Notenbank
Das Hauptthema der Woche war die erste Zinssitzung unter Fed-Chef Kevin Warsh. Die Notenbank hielt den Leitzins im Zielband von 3,5 bis 3,75 Prozent. Der aktualisierte Dot Plot zeigte jedoch eine klare hawkishe Wende. Neun Fed-Mitglieder prognostizieren mindestens eine Zinserhöhung im laufenden Jahr.
Der Median der Leitzinsprognosen für Ende 2026 stieg auf 3,8 Prozent. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Händler nun eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September ein.
Warsh machte seine neue Linie auf der Pressekonferenz deutlich. Die Fed streicht die sogenannte Forward Guidance komplett aus ihrer Erklärung. In Zukunft reagiert die Notenbank rein auf aktuelle Wirtschaftsdaten. Eigene Projektionen rücken in den Hintergrund.
Geopolitik und Inflationsdruck
Zwischenzeitlich sorgte ein geopolitischer Impuls für Entlastung. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Absichtserklärung, um den Konflikt mit dem Iran zu beenden. Daraufhin erholte sich Gold kurzzeitig über die Marke von 4.300 US-Dollar.
Die Erleichterung verpuffte schnell. Die Schweiz gab bekannt, dass die geplanten US-Iran-Gespräche platzen. Parallel dazu treibt der Konflikt die Preise. Die US-Inflation kletterte im Mai auf 4,2 Prozent.
Treiber dieser Entwicklung war ein massiver Anstieg der Energiekosten um über 23 Prozent. Am kommenden Donnerstag stehen nun neue Inflationsdaten an. Analysten blicken besonders auf den Kernindex der persönlichen Konsumausgaben.
Technik signalisiert Schwäche
Aus technischer Sicht dominieren die Bären. Gold notiert deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 4.553 US-Dollar. Der RSI-Indikator steht bei 35,4 und signalisiert eine anhaltend schwache Nachfrage.
J.P. Morgan-Analyst Greg Shearer verortet das Edelmetall in einem technischen Niemandsland. Der starke US-Dollar und die hohen Zinserwartungen belasten den Kurs massiv. Fällt der PCE-Index am Donnerstag höher aus als erwartet, steigt die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinsanhebungen. Das dürfte den Goldpreis weiter nach unten drücken.
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