Gold: 4.021 Dollar nach Philadelphia-Schock
Starke US-Konjunkturdaten drücken Gold unter 4.000 Dollar, bevor eine Erholung einsetzt. Geopolitische Spannungen können den Abwärtstrend nicht stoppen.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch durch robuste US-Daten
- Gold fällt unter psychologische Marke
- Erholung am Folgetag auf 4.021 Dollar
- Fed-Sitzung als nächster Prüfstein
Gold fällt unter die psychologische Marke von 4.000 US-Dollar – und kämpft sich tags darauf wieder zurück. Diese Woche zeigt, wie schnell robuste US-Konjunkturdaten dem Edelmetall zusetzen können, selbst wenn geopolitische Spannungen eigentlich für Rückenwind sorgen sollten.
Starke Konjunkturdaten drücken den Preis
Am Donnerstag, dem 16. Juli, sackte der Goldpreis deutlich ab. Auslöser war der Philadelphia Fed Manufacturing Index, der weit über den Erwartungen der Analysten lag. Die Märkte reagierten sofort und stuften die Chancen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank neu ein.
Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen niedriger aus als prognostiziert. Der Arbeitsmarkt zeigt sich robust. Für Gold ist das schlechte Nachricht: Je stabiler die US-Wirtschaft läuft, desto weniger Grund hat die Fed, die Zinsen zu senken.
Ein starker Dollar und steigende Anleiherenditen verschärften den Druck zusätzlich. Beides macht das zinslose Edelmetall für internationale Käufer weniger attraktiv. Die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold steigen, wenn Anleihen wieder ordentliche Renditen abwerfen.
Nahost-Spannungen liefern Gegenwind – aber nicht genug
Eigentlich müsste die geopolitische Lage den Goldpreis stützen. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran spitzen sich zu, hinzu kommt eine Seeblockade in der Straße von Hormus. Die Folge: steigende Ölpreise, die wiederum die Inflationserwartungen anheizen.
Normalerweise würde diese Kombination Anleger in den sicheren Hafen Gold treiben. Diesmal überwiegt jedoch die Zinsangst. Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik zieht stärker als der geopolitische Unsicherheitsfaktor.
Am Freitag erholte sich der Preis. Zum Handelsschluss stand Gold bei 4.021,30 US-Dollar, ein Plus von 1,03 Prozent. Die Marke von 4.000 Dollar ist damit zurückerobert, auch wenn die Erholung fragil wirkt.
Der Blick auf die Fed-Sitzung
Der technische Zustand des Goldpreises spiegelt die Verunsicherung wider. Der RSI liegt bei 40,6 – ein Wert, der auf nachlassenden Aufwärtsdruck hindeutet, ohne bereits überverkauft zu sein. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp 6 Prozent zu Buche.
Die Markterwartungen für die kommenden Fed-Entscheidungen zeichnen ein gemischtes Bild. Für die Sitzung am 29. Juli rechnen Anleger mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit mit unveränderten Zinsen. Für September hingegen sehen die Märkte die Chancen auf eine Erhöhung bei etwa 51 Prozent.
Diese Gemengelage macht den 29. Juli zum nächsten wichtigen Prüfstein für den Goldpreis. Bleibt die Fed bei ihrer abwartenden Linie, dürfte das Edelmetall etwas Luft bekommen. Fallen die Signale Richtung September restriktiver aus, könnte der Druck auf die 4.000-Dollar-Marke schnell zurückkehren.
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