Gold: 4.123 Dollar je Unze

Gold fällt auf Sechs-Monats-Tief. Neue Fed-Politik und ein Iran-Abkommen setzen das Edelmetall unter Druck.

Felix Baarz ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis sinkt auf 4.123 Dollar
  • Fed signalisiert straffere Geldpolitik
  • Iran-Deal drückt Ölpreis und Inflation
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Der Goldpreis gibt nach. Am Dienstagmorgen notiert das Edelmetall bei 4.123 US-Dollar je Unze — ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Gold nähert sich damit erneut seinem Sechs-Monats-Tief.

Fed-Erwartungen überschatten alles

Der stärkste Belastungsfaktor kommt von der US-Notenbank. Die erste Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh sendete ein klares Signal: Inflationsbekämpfung hat Vorrang. Einige Marktteilnehmer hatten auf eine lockerere Haltung der neuen Führung gehofft. Daraus wurde nichts.

Deutsche Bank und BofA Global Research haben ihre Prognosen angepasst. Beide Häuser rechnen nun mit einer Zinserhöhung im September. Höhere Zinsen machen zinsloses Gold weniger attraktiv. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist leicht gestiegen — bleibt aber unter 4,5 Prozent.

Anleger warten jetzt auf zwei Datenpunkte. Noch heute erscheinen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes. Am 25. Juni folgen der Kern-PCE-Preisindex für Mai sowie das finale BIP-Wachstum für das erste Quartal.

Iran-Deal und Tech-Korrektur verstärken den Druck

Washington hat dem Iran eine 60-tägige Lizenz zum Ölverkauf auf internationalen Märkten erteilt. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hat zugenommen. Das drückt den Ölpreis — und damit die Inflationserwartungen. Für Gold bedeutet das: weniger Nachfrage als Inflationsschutz.

Hinzu kommt Gegenwind von den Aktienmärkten. Die Korrektur bei Technologiewerten entzieht dem Gesamtmarkt Liquidität. Die nachlassende KI-Euphorie belastet die Stimmung. Silber gerät parallel unter Druck.

Zentralbanken kaufen weiter

Das strukturelle Fundament bleibt intakt. Zentralbanken kauften im ersten Quartal 2026 netto 244 Tonnen Gold. Im April kamen weitere 17 Tonnen hinzu. China stockt seine Reserven seit 18 Monaten in Folge auf.

Goldman Sachs erwartet, dass Notenbanken weltweit rund 50 Tonnen pro Monat im laufenden Jahr kaufen — und etwa 40 Tonnen monatlich im Jahr 2027. Das stützt den Markt strukturell.

Schwächer zeigt sich die Schmucknachfrage. Im ersten Quartal kauften Schmuckhersteller weltweit 335 Tonnen — 24 Prozent weniger als im Vorquartal und 23 Prozent weniger als im Vorjahr. China brach um 32 Prozent ein, Indien um 18 Prozent, der Nahe Osten um 23 Prozent.

Sollte der sinkende Ölpreis die Inflation spürbar dämpfen, könnten die Zinserhöhungserwartungen zurückgehen. Das wäre das Szenario, das Gold kurzfristig wieder Rückenwind geben würde — der PCE-Bericht am 25. Juni liefert den nächsten Hinweis.

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