Gold: 4.159,80 Dollar vor Fed-Sitzung am 28./29. Juli
Schwächerer Dollar und gemischte Konjunkturdaten treiben den Goldpreis auf ein Zweiwochenhoch. Die Fed-Sitzung rückt in den Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis steigt auf 4.159,80 US-Dollar
- Schwacher Dollar stützt die Edelmetallrally
- Fed-Sitzung Ende Juli im Fokus
- Nahost-Konflikt treibt sichere Anlagen
Der Goldpreis klettert zur Wochenmitte auf sein höchstes Niveau seit zwei Wochen. Am Mittwoch legte die Feinunze um 1,91 Prozent auf 4.159,80 US-Dollar zu. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 4,51 Prozent. Auslöser ist eine Mischung aus schwächerem Dollar und der Erwartung, dass die Fed vorerst keine aggressiven Zinsschritte plant.
Schwacher Dollar und kühlerer Arbeitsmarkt treiben den Kurs
Der US-Dollar-Index gab am Mittwoch leicht nach. Das macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Normalerweise drückt ein starker Dollar den Goldpreis – diesmal wirkt die Schwäche als Rückenwind.
Der Arbeitsmarkt liefert zusätzliche Munition für die Käufer. Der ADP-Bericht für Juli zeigte eine schwächere Beschäftigungsentwicklung als erwartet. Das dämpft die Aussicht auf eine aggressive Straffung der Geldpolitik. Höhere Zinsen verteuern das Halten von Gold, weil das Metall keine Erträge abwirft – schwächere Konjunkturdaten wirken deshalb unterstützend.
Ebenso profitieren andere Edelmetalle von der veränderten Zinserwartung. Silber steigt um 2 Prozent auf 59,98 US-Dollar je Unze.
Platin legt um 0,7 Prozent zu, Palladium um 1,4 Prozent.
Nahost-Risiken und Ölpreis bremsen die Rally
Der geopolitische Hintergrund bleibt zwiespältig. Hohe Ölpreise durch Lieferstörungen am Golf nährten zuletzt Erwartungen an dauerhaft höhere Zinsen. Das schmälert die Attraktivität von Gold als zinslose Anlage.
Zugleich sorgt genau diese Unsicherheit im Nahen Osten für zusätzliche Nachfrage nach dem Edelmetall als sicherem Hafen. Konflikte im Nahen Osten treiben die Risikoaversion und damit den Goldpreis nach oben.
Der Internationale Währungsfonds mahnt zur Vorsicht. Die Organisation prognostiziert in ihrem Juli-Update eine globale Inflationsrate von 4,7 Prozent für 2026, getrieben von höheren Energie- und Lebensmittelpreisen. Der IWF warnt zudem, dass der Nahost-Konflikt die Volatilität bei Rohstoffpreisen weiter erhöhen könnte.
Fed-Sitzung als nächster Kurstreiber
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die kommende Notenbanksitzung. Das FOMC trifft sich am 28. und 29. Juli 2026.
Die Fed dürfte ihren Leitzins für den Rest des Jahres 2026 stabil halten, zeigt eine Reuters-Umfrage. Die Märkte preisen bis Ende März 2027 zwei Zinserhöhungen ein. Laut CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September bei rund 76 Prozent.
Die kommenden Tage dürften für Goldanleger richtungsweisend sein. Neben der Fed-Sitzung könnten neue Entwicklungen im Nahen Osten die Volatilität weiter anheizen – etwa Störungen der Schifffahrtswege in der Straße von Hormus oder im Roten Meer.
Auch die US-Flash-PMI-Daten am Freitag liefern Hinweise auf die Wirtschaftsdynamik. Sie geben indirekt Aufschluss über die künftige Goldnachfrage.
Strukturelle Nachfrage stützt den Preis
Unabhängig von der kurzfristigen Zinsdebatte verweisen Marktbeobachter auf die anhaltende strukturelle Nachfrage. Nach Einschätzung eines von Branchenmedien zitierten Analysten stützen anhaltende Zentralbankkäufe den Goldpreis. Das könnte das Abwärtsrisiko begrenzen, sobald sich die globalen Rahmenbedingungen verbessern.
Die kommenden Handelstage hängen vor allem davon ab, wie sich Dollar, US-Renditen und die Lage im Nahen Osten vor der Fed-Entscheidung entwickeln. Am 29. Juli liefert die Notenbank die nächsten konkreten Signale.
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