Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand
Niedrigere US-Renditen und ein schwächerer Dollar beflügeln Gold; ETFs und chinesische Reserven verzeichnen weitere Zuwächse.

Kurz zusammengefasst
- Gold verteuert sich auf 4.188,68 US-Dollar
- Weltweite Gold-ETFs erhalten zehn Milliarden Dollar
- Fondsbestände erreichen 4.256 Tonnen
- China stockt Goldreserven den 23. Monat auf
Eine Kombination aus geldpolitischen Vorgaben und veränderten geopolitischen Vorzeichen hat dem Goldpreis zum Wochenausklang Auftrieb gegeben. Am heutigen Freitag verteuerte sich die Feinunze um 1,3 Prozent auf 4.188,68 USD. Laut Reuters profitierte das Edelmetall vor allem von nachgebenden Renditen bei den US-Staatsanleihen und einem schwächeren US-Dollar, während parallel die Ölpreise nachgaben.
Geopolitische Signale vor den US-Wahlen
Für Entlastung an den Rohstoffmärkten sorgten jüngste Äußerungen aus den USA. Donald Trump erklärte, dass die Vereinigten Staaten den Iran vor den anstehenden Zwischenwahlen im November nicht angreifen würden. Zudem gebe es produktive Gespräche zur Beilegung des Konflikts. Diese Aussagen dämpften die akuten Sorgen vor einer Eskalation und vor Unterbrechungen der Ölversorgung im Nahen Osten spürbar.
Gleichzeitig bleibt der Zinspfad der Federal Reserve das dominierende Thema für die Marktteilnehmer. Ein schwächerer Dollar verbilligt das in der US-Währung gehandelte Edelmetall für internationale Investoren, während sinkende Renditen bei Zinspapieren die Opportunitätskosten der zinslosen Goldhaltung verringern.
Allerdings wiegen auf der anderen Seite anhaltende Inflationssorgen und Unsicherheiten über künftige Zinsschritte der Fed weiterhin auf der allgemeinen Marktstimmung. Analyst Kyle Rodda von Capital.com verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass geopolitische Risiken und veränderte Zinstaferwartungen auch künftig die maßgeblichen Impulse liefern dürften.
Starkes Fundament durch ETF-Investoren
Rückendeckung erhält der Markt abseits der täglichen Preisausschläge durch eine robuste Nachfrage institutioneller und privater Anleger. Wie der World Gold Council mitteilte, verzeichneten weltweit physisch besicherte Gold-ETFs im September Zuflüsse in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar.
Die weltweiten Bestände dieser Fonds kletterten dadurch um 67 Tonnen auf einen Rekordstand von 4.256 Tonnen. Getragen wurde diese Entwicklung von Zuflüssen über alle Regionen hinweg, angeführt von Nordamerika und Europa.
Zusätzlich setzt sich die Akkumulation durch Notenbanken fort. Die staatliche chinesische Devisenverwaltung SAFE vermeldete für Ende September einen Anstieg ihrer Goldreserven um 740.000 Unzen auf insgesamt 77,47 Millionen Unzen. Damit setzte die Notenbank ihre Zukäufe den 23. Monat in Folge fort. Neben den Zuflüssen über Fondsvehikel bleibt die staatliche Reservebildung somit ein wesentlicher Stützpfeiler für das physische Marktgefüge.
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