Gold: 4.530 USD trotz Iran-Angriffe

Gold fällt auf 4.530 USD trotz US-Angriffen im Iran. Zinserhöhungsängste und Öl-Rallye belasten das Edelmetall zusätzlich.

Dr. Robert Sasse ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis sinkt auf 4.530 USD
  • US-Luftangriffe auf Iran-Stellungen
  • Ölpreis steigt um zwei Prozent
  • Zinserhöhungsdruck belastet Gold

US-Luftangriffe auf iranische Raketenstellungen haben am Dienstag eine ungewöhnliche Marktreaktion ausgelöst. Gold fällt — obwohl die geopolitische Lage eskaliert.

Warum Gold trotz Krieg verkauft wird

Gegen 08:15 Uhr sank der Goldpreis auf 4.530 USD pro Feinunze. Das entspricht einem Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Montag hatte der Kurs noch bei 4.570 USD gelegen — befeuert von Spekulationen über ein Friedensabkommen im Nahost-Konflikt.

Diese Hoffnungen sind nun verflogen. Das US-Zentralkommando CENTCOM bestätigte Angriffe auf iranische Raketenstellungen und Minenleger-Boote. Das Besondere: Die Schläge erfolgten mitten in laufenden Gesprächen in Katar über die Sicherung der Schifffahrtswege durch die Straße von Hormus. US-Außenminister Rubio nannte die iranische Kontrolle über die Meerenge inakzeptabel — hielt eine Einigung aber dennoch für möglich.

Für Gold ist das ein klassisches Umfeld der Unsicherheit. Eigentlich steigt das Edelmetall in solchen Phasen. Hier passiert das Gegenteil — weil Anleger die Hoffnung auf Deeskalation abschreiben und gleichzeitig Öl als direkten Profiteur der Lieferrisiken kaufen. Brent verteuerte sich um rund 2 Prozent auf 98,44 USD pro Barrel. Silber verlor bis zu 2 Prozent auf etwa 76,82 USD.

Zinsdruck macht Gold zusätzlich teuer

Die geopolitische Lage ist nicht der einzige Belastungsfaktor. Das CME FedWatch-Tool beziffert die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Fed-Zinserhöhung vor Jahresende auf über 56 Prozent. EZB-Direktorin Schnabel signalisierte eine Zinserhöhung im Juni. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Gold — das keine laufenden Erträge abwirft.

Seit dem Ausbruch großflächiger Feindseligkeiten Ende Februar hat Gold rund 14 Prozent verloren. Der Markt schwankt seither zwischen Eskalationssorgen und Deeskalationshoffnung. Kein stabiles Fundament für einen nachhaltigen Anstieg.

Im Tagesverlauf könnten US-Konjunkturdaten neue Impulse setzen. Auf dem Programm stehen der Case-Shiller-Index zum Immobilienmarkt, Daten zum Verbrauchervertrauen sowie Berichte der regionalen Notenbanken aus Chicago und Dallas. Fallen diese Daten stark aus, dürfte der Zinsdruck auf Gold weiter zunehmen.

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