Gold: 4 Prozent Sprung auf 4.294 Dollar

Goldpreis steigt dank möglicher Hormus-Einigung und schwacher US-Arbeitsmarktdaten. Händler wetten verstärkt auf eine Zinssenkung der Fed im September.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Goldbarren auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche in professioneller Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis springt um vier Prozent
  • Hormus-Deal drückt Ölpreise
  • Schwache US-Jobdaten stützen Gold
  • Fed-Zinssenkungswahrscheinlichkeit steigt

Der Goldpreis springt am Mittwoch um fast vier Prozent nach oben und erreicht 4.294,60 US-Dollar je Feinunze. Auslöser ist ausgerechnet eine Nachricht aus der Diplomatie: Berichte über einen möglichen Deal zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus lassen Investoren aufhorchen. Weniger Öl-Risiko bedeutet weniger Inflationsdruck – und das öffnet der Fed die Tür für weitere Zinssenkungen.

Nahost-Diplomatie bewegt den Markt

Katar erklärte am Dienstag, ein Interimsvorschlag zur Beilegung des Konflikts liege bereits vor. Sowohl Washington als auch Teheran signalisierten Fortschritte bei den Verhandlungen um die wichtige Öl-Handelsroute.

US-Präsident Donald Trump sprach von „very good discussions“ zwischen den USA und dem Iran. Der fünf Monate andauernde Konflikt könnte damit ein Ende finden.

Die Aussicht auf wiederhergestellte Energielieferungen aus dem Nahen Osten drückte die Ölpreise diese Woche um rund zehn Prozent nach unten. Weniger teures Öl bedeutet weniger Inflationsdruck. Genau das nimmt der Fed einen Grund, an ihrem strafferen Kurs festzuhalten.

Schwache Arbeitsmarktdaten verstärken den Trend

Neben der geopolitischen Entspannung liefern auch US-Konjunkturdaten Rückenwind für Gold. Der ADP-Bericht zeigte im Juli nur 44.000 neue private Stellen – der schwächste Wert seit Januar und weit unter den erwarteten 70.000.

Die Marktteilnehmer reagierten prompt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im September sank auf rund 57 Prozent, nach 67 Prozent am Vortag.

Nicht jeder in der Notenbank sieht das so entspannt. Der Präsident der Kansas City Fed, Jeff Schmid, warnte, dass zusätzliche Straffungen nötig sein könnten, um die Inflation zurück auf das Zwei-Prozent-Ziel zu drücken.

Dollar schwächelt, Asien kauft weiter

Der Dollar-Index fiel am Montag auf ein Sieben-Wochen-Tief. Nachlassende Spannungen im Nahen Osten stützten die Aktienmärkte und senkten die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem Dollar.

Aus Asien kommt trotzdem weiter Kaufinteresse für Gold. Chinesische Gold-ETFs verzeichneten anhaltende Zuflüsse, institutionelle Investoren stützten die Marke von 4.000 Dollar von unten.

Der Blick auf die Charttechnik zeigt, wie stark die jüngste Rally ausfällt. Der Goldpreis liegt derzeit 2,72 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.181,08 Dollar, bleibt aber noch 5,25 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4.532,66 Dollar. Der RSI von 61,5 signalisiert Aufwärtsmomentum, ohne bereits überkauft zu sein.

Die kommenden Handelstage dürften von zwei Themen bestimmt werden: dem Fortgang der Hormus-Verhandlungen und dem US-Beschäftigungsbericht für Juli, der am Freitag erscheint. Beide Faktoren fließen direkt in die Erwartungen zur September-Sitzung der Fed ein. Setzt sich der diplomatische Trend am Golf fort, dürfte das die Ölpreise weiter drücken – und die Zinssenkungsfantasie am Goldmarkt vorerst am Leben halten.

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