Gold: 4,75 Prozent Wochenverlust

Starke US-Arbeitsmarktdaten lassen Gold auf Wochensicht um 4,75 Prozent fallen. Die charttechnischen Aussichten bleiben angespannt.

Redaktion Stock-World ·
Ein Goldbarren, der teilweise in dunkles, aufgewühltes Wasser getaucht ist und seine Form verzerrt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Wochenverlust von 4,75 Prozent
  • Fed-Zinserhöhung rückt näher
  • Gold testet wichtige Unterstützung
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Starke US-Arbeitsmarktdaten haben dem Goldpreis am Freitag einen harten Schlag versetzt. Mit einem Wochenverlust von 4,75 Prozent notiert das Edelmetall auf dem tiefsten Stand seit dem Ausverkauf im März — und die technischen Signale zeigen weiter nach unten.

172.000 neu geschaffene Stellen im Mai — das war mehr, als der Markt erwartet hatte. Die robusten Zahlen nährten Spekulationen, die Fed könnte die Zinsen vor Jahresende noch einmal anheben. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, ist das Gift. Der Spot-Preis brach am Freitag um 3,33 Prozent ein und schloss bei 4.352,90 US-Dollar je Unze.

Technisches Bild trübt sich ein

Charttechnisch hat Gold die 200-Tage-Linie unterschritten und testet nun die Jahresschlussunterstützung bei rund 4.319 US-Dollar. Der RSI liegt bei 34,4 — nah an überverkauftem Terrain, aber noch kein klares Kaufsignal. Widerstände befinden sich im Bereich von 4.493 bis 4.540 US-Dollar.

Hält die Unterstützung bei 4.319 US-Dollar nicht, rückt das nächste Kursziel bei etwa 4.195 US-Dollar in den Blick. Einzelne Analysten schließen auch ein Testen der runden 4.000-Dollar-Marke nicht aus. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 US-Dollar — erreicht Ende Januar — hat Gold bereits rund 23 Prozent eingebüßt.

Geopolitik und Zentralbanken als Gegengewicht

Komplett schutzlos ist Gold allerdings nicht. Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Ablehnung eines Waffenstillstands durch die Hisbollah halten die Risikoprämien hoch. Hinzu kommt strukturelle Nachfrage: Im ersten Quartal 2026 kauften Zentralbanken weltweit netto 244 Tonnen Gold — drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die People’s Bank of China setzte ihre Kaufserie im April fort.

Diese Faktoren bilden eine fundamentale Stütze, die den Preis seit 2022 immer wieder aufgefangen hat. Kurzfristig reichen sie allerdings nicht aus, um die zinspolitischen Sorgen zu überlagern.

CPI-Daten als nächster Wegweiser

Die entscheidenden Datenpunkte kommen in dieser Woche: Der US-Verbraucherpreisindex und der Erzeugerpreisindex werden zeigen, ob die Inflation wieder anzieht. Fällt die Inflationsrate erneut hoch aus, wächst der Druck auf die Fed — und Gold dürfte weiter leiden. Bleiben die Zahlen moderat, könnte die Unterstützung bei 4.319 US-Dollar halten und eine technische Gegenbewegung in Richtung der Widerstandszone einleiten.

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