Gold: 6,6 Milliarden Dollar Zuflüsse im April

Nach historischen Abflüssen verzeichnen Gold-ETFs im April weltweit 6,6 Milliarden Dollar Zuflüsse. Europa treibt die Wende an.

Redaktion Stock-World ·
Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Weltweite ETF-Zuflüsse von 6,6 Milliarden Dollar
  • Europa führt Erholung mit 3,7 Milliarden an
  • Chinesische Zentralbank kauft weitere 8 Tonnen
  • GLD verzeichnet weiterhin Abflüsse

Gold ist zurück in den ETF-Portfolios. Nach Rekordabflüssen im Vormonat zogen physisch hinterlegte Gold-ETFs im April weltweit 6,6 Milliarden US-Dollar an. Das ist mehr als eine technische Gegenbewegung. Die Rückkehr zeigt, wie stark Absicherungsbedarf und Zinssorgen den Markt zugleich ziehen.

Zuvor waren 12 Milliarden US-Dollar abgeflossen, der stärkste Monatsabzug aller Zeiten. Nun hoben Zuflüsse von 45 Tonnen die globalen Bestände auf 4.137 Tonnen. Die Bestände liegen damit wieder nahe am historischen Hoch.

Europa führt die Rückkehr an

Der Monatsbericht des World Gold Council zeigt die regionale Breite. Europa führte die Wende mit 3,7 Milliarden US-Dollar an. Asien kam auf 1,8 Milliarden, Nordamerika auf 1,0 Milliarden US-Dollar. Das spricht für eine Rückkehr von Gold als Absicherung gegen Politik, Inflation und Währungen.

Auch die chinesische Zentralbank blieb Käufer. Die PBoC erwarb im April 8 Tonnen und kaufte damit weiter zu. Kein Wunder, dass Gold als geopolitische Reserve wieder mehr Gewicht bekommt.

Es war der größte monatliche Zukauf seit Dezember 2024. Die Reserven stiegen auf rund 2.322 Tonnen. Damit sendet Peking ein klares Signal: Gold bleibt Teil der strategischen Reservepolitik.

GLD sendet anderes Signal

Das globale Bild wirkt stark, einzelne Produkte laufen aber dagegen. Beim SPDR Gold Shares sanken die Bestände binnen weniger Handelstage um 6 Tonnen auf 1.033,20 Tonnen. Das war der niedrigste Stand seit Oktober 2025.

Zwischen dem 30. April und dem 6. Mai flossen netto rund 180 Millionen US-Dollar ab.

Seit Jahresbeginn summieren sich die Nettoabflüsse aus dem GLD auf rund 5,5 Milliarden US-Dollar. ETF-Ströme laufen oft dem Preis hinterher. Sie zeigen also eher Marktschwäche, als dass sie diese allein auslösen.

Zinsen bleiben der Gegenpol

Der stärkste Gegenwind kommt von den Zinsen. Die US-Inflation stieg im April auf 3,8 Prozent. Die Prognosen hatten bei 3,7 Prozent gelegen. Das hält Renditen hoch und macht Gold weniger attraktiv.

Die Kernrate lag mit 2,8 Prozent ebenfalls über den Erwartungen. Händler preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent für eine Zinserhöhung bis April 2027 ein. Zinssenkungen für den Rest des Jahres gelten am Markt nicht mehr als Basisszenario.

Morgan-Stanley-Stratege Matt Hornbach erwartet für 2026 keine Zinssenkungen der Federal Reserve. Das passt zu den Geldmarktdaten. Für Gold ist das heikel, weil das Metall keine laufenden Erträge liefert.

Am Dienstag fiel Gold in Richtung 4.700 US-Dollar je Unze. Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus trieb Ölpreise nach oben. Ein stärkerer Dollar erhöhte den Druck. Trump nannte den US-Iran-Waffenstillstand auf „massivem Lebenserhalt“ und wies Teherans Friedensvorschlag zurück.

Die physische Nachfrage federt das Bild ab. Die Nachfrage nach Barren und Münzen erreichte im ersten Quartal 474 Tonnen. Das lag 42 Prozent über dem Vorjahr.

Goldbarren allein legten um 50 Prozent auf knapp 398 Tonnen zu. Damit stützt die private Nachfrage den Markt, selbst wenn ETF-Gelder kurzfristig schwanken.

Am 13. Mai folgt der US-Erzeugerpreisindex für April. Fällt er höher als erwartet aus, dürfte das Zinsargument gegen Gold lauter werden. Schwächere Daten würden den jüngsten ETF-Zuflüssen dagegen mehr Gewicht geben.

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