Gold: 7,18 Prozent Monatsminus auf 4.040 Dollar

Schwache US-Erzeugerpreise und geopolitische Spannungen drücken den Goldpreis auf Jahrestief-Niveau. Die Fed hält sich bedeckt.

Redaktion Stock-World ·
Ein einzelner, leicht angelaufener Goldbarren mit einer subtilen Reflexion eines Abwärtspfeils vor einem unscharfen Finanzchart. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold fällt auf Jahrestief-Niveau
  • Iran-Eskalation verunsichert Anleger
  • US-Erzeugerpreise schwächer als erwartet
  • Fed-Chef Warsh vermeidet Zinsaussagen

Zum Handelsschluss am Mittwoch notierte die Feinunze bei 4.040,60 US-Dollar und damit binnen sieben Tagen 2,22 Prozent leichter. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang auf 7,18 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 6,94 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.626,80 Dollar, erreicht am 29. Januar 2026, trennen den Goldpreis mittlerweile 28,19 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.901,30 Dollar beträgt der Abstand dagegen nur noch 3,57 Prozent nach oben – das Edelmetall bewegt sich also näher an seiner Jahrestiefmarke als an der Spitze.

Iran-Konflikt und schwache US-Erzeugerpreise ringen um die Deutungshoheit

Die Nachrichtenlage rund um Gold war zuletzt von zwei gegenläufigen Kräften geprägt. Auf der einen Seite drückten überraschend schwache US-Erzeugerpreise die Zinserwartungen: Der PPI für Juni fiel laut FXStreet um 0,3 Prozent zum Vormonat, während Ökonomen mit einer Stagnation gerechnet hatten. Die Jahresrate sank auf 5,5 Prozent. Als Reaktion rutschte die von Marktteilnehmern eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Juli deutlich ab, von rund 35 auf etwa 22 Basispunkte, wie FXStreet berichtete. Eigentlich ein Umfeld, das Gold stützen sollte.

Auf der anderen Seite überlagerte die Eskalation zwischen den USA und Iran das Bild. Die USA flogen laut mehreren Berichten neue Angriffswellen, während Iran mit einem Stopp seiner Energieexporte drohte. Zusätzlich verhängten die USA eine Seeblockade in der Straße von Hormus, was den Ölpreis anschwellen ließ – WTI notierte zeitweise über 79 Dollar, Brent über 85 Dollar. Normalerweise würde geopolitische Eskalation Gold als sicheren Hafen begünstigen. Diesmal überwog jedoch die Sorge vor einem länger andauernden Golfkrieg mit breiteren Marktverwerfungen, was laut Khaleej Times zeitweise Verkaufsdruck auf Gold auslöste. Die Feinunze fiel am 15. Juli phasenweise um bis zu ein Prozent, bevor sie einen Teil der Verluste wieder aufholte.

Fed-Chef Warsh hält sich bei Zinssignalen bedeckt

Parallel dazu stand Fed-Chef Kevin Warsh im Zentrum der Aufmerksamkeit. In seiner ersten Anhörung vor dem Senatsausschuss seit Amtsantritt vor sieben Wochen wich er Fragen zu einem möglichen Austausch mit Präsident Trump aus, betonte aber wiederholt die Unabhängigkeit der Notenbank. Warsh kündigte an, die Bilanz der Fed von aktuell 6,8 Billionen Dollar möglichst zu verschlanken, ohne abrupte Schritte zu vollziehen – vor 2008 lag sie unter einer Billion Dollar, zwischenzeitlich stieg sie auf 9 Billionen. Zugleich dämpfte er Spekulationen, wonach Investitionen in Künstliche Intelligenz dauerhaft inflationstreibend wirken: Einmalige Preisänderungen seien nicht gleichzusetzen mit struktureller Inflation, so Warsh. Kollegen im Offenmarktausschuss positionierten sich unterdessen unterschiedlich: Gouverneurin Lisa Cook signalisierte Bereitschaft zu handeln, sollte sich keine Disinflation einstellen, während New-York-Fed-Präsident John Williams die Inflation bei rund vier Prozent verortete, aber einen Höhepunkt für erreicht hält.

Technisches Bild bleibt angeschlagen

Der Blick auf die gleitenden Durchschnitte unterstreicht die Schwächephase. Gold notiert 6,73 Prozent unter seiner 50-Tage-Linie bei 4.332,01 Dollar und 11,00 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4.540,12 Dollar. Der Relative-Stärke-Index von 40,2 signalisiert zwar Schwäche, deutet aber noch keine überverkaufte Lage an. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 28,06 Prozent zeigt, dass die Schwankungsbreite hoch bleibt. Analysten verweisen laut Khaleej Times auf eine Unterstützungszone um 4.000 Dollar, unterhalb derer weitere Abgaben bis 3.950 oder gar 3.000 Dollar denkbar wären. Auf der Oberseite gilt eine Zone zwischen 4.091 und 4.104 Dollar als erster nennenswerter Widerstand, ehe höhere Marken wieder in Reichweite rücken könnten.

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