Gold: 7,39-Prozent-Rally nach Jobdaten
Gold steigt um 7,39 %: Schwache US-Arbeitsmarktdaten und geopolitische Spannungen am Persischen Golf lösen die stärkste Wochenrallye seit Jahresbeginn aus.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis steigt um 7,39 % nach enttäuschendem US-Arbeitsmarktbericht.
- Zinserwartungen drehen: Markt rechnet nun mit Zinspause oder Senkung der Fed.
- Geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus erhöhen die Risikoprämie.
- Charttechnik: Sprung über 4.200 Dollar liefert neues Kaufsignal für Anleger.
Ein einziger Bericht hat den Goldpreis durchgestartet. Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli fiel so schwach aus, dass die Fed-Zinserwartungen binnen Stunden kippten. Das Ergebnis: Gold legte in einer Woche 7,39 Prozent zu, so stark wie seit Jahresbeginn nicht mehr.
Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.401,40 US-Dollar. Damit steht das Edelmetall über dem 100-Tage-Durchschnitt von 4.403,90 Dollar, aber noch klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4.535,54 Dollar. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 Dollar aus Ende Januar fehlen noch gut 21 Prozent.
Der Arbeitsmarkt schockiert die Fed-Beobachter
Der Auslöser kam vom Bureau of Labor Statistics. Statt des erwarteten Stellenzuwachses meldete die Behörde einen Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 23.000 Stellen. Zusätzlich wurden die Zahlen der beiden Vormonate deutlich nach unten korrigiert.
Das hat die Zinserwartungen komplett gedreht. Bis Freitagmorgen ging der Markt noch von einer weiteren Zinserhöhung im September aus. Jetzt gilt ein Pausieren oder sogar eine erste Zinssenkung als wahrscheinlicheres Szenario.
Die Folge: Die Renditen für US-Staatsanleihen fielen deutlich. Für zinsloses Gold bedeutet das einen klaren Vorteil gegenüber festverzinslichen Papieren. Kein Wunder, dass Anleger den Kurs sofort nach oben trieben.
Hormus bleibt blockiert, die Risikoprämie bleibt hoch
Neben der Zinswende stützt eine zweite Entwicklung den Goldpreis: die geopolitische Lage am Persischen Golf. Eine schnelle Entspannung in der Straße von Hormus ist nicht in Sicht, obwohl Teheran und der Oman über eine alternative Transitroute verhandeln.
Am Samstag, den 8. August, stellte der iranische Sicherheitsrat neue Bedingungen für ein Ende der Blockade. Dazu zählen der vollständige Abzug US-amerikanischer Truppen aus der Region und Entschädigungszahlungen für Kriegsschäden. Berichte über einen erneuten Raketenangriff auf einen Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate am selben Tag zeigen, wie fragil die Lage bleibt.
Diese Unsicherheit hält die Nachfrage nach Gold als Absicherung hoch. Investoren nutzen das Edelmetall weiterhin gegen eine mögliche Eskalation im Nahen Osten.
Charttechnik zeigt klares Kaufsignal
Mit dem Sprung über die Marke von 4.200 Dollar hat Gold ein starkes technisches Signal gesendet. An dieser Marke war das Metall in den vergangenen Monaten mehrfach gescheitert. Jetzt fungiert sie als neue Unterstützung.
Der RSI liegt bei 66,5 – ein Wert, der noch Luft nach oben lässt, bevor die Marke einer überkauften Lage erreicht wäre. Als nächstes Ziel gilt die 4.500-Dollar-Marke, wo aktuell die 200-Tage-Linie verläuft.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Nachfrage der Zentralbanken. Institutionen aus Schwellenländern bauen ihre Goldbestände im Zuge einer globalen De-Dollarisierung konsequent aus, wie Daten des World Gold Council zeigen. Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht beschleunigten sich zudem die Zuflüsse in physisch hinterlegte Gold-ETFs merklich.
Die Woche entscheidet: CPI-Daten am Mittwoch
Am Mittwoch, den 12. August 2026, veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics die US-Verbraucherpreisdaten für Juli. Analysten erwarten einen Rückgang der Jahresinflation auf 3,4 Prozent. Bestätigen sich diese Werte oder fallen sie niedriger aus, dürfte das die Spekulation auf eine geldpolitische Wende weiter befeuern.
Parallel dazu richten Marktteilnehmer den Blick auf Wortmeldungen von Fed-Vertretern zum schwachen Arbeitsmarktbericht. Solange Gold die Marke von 4.300 Dollar verteidigt, bleibt das kurzfristige Bild bullisch. Ein nachhaltiger Ausbruch über 4.400 Dollar zum Wochenstart würde den Weg zu einem Test der bisherigen Allzeithochs öffnen.
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