Gold: 84 Prozent der Zentralbanken kaufen

Der Goldpreis steigt nach Fed-Schock wieder auf 4.308 Dollar. Zentralbankkäufe und ein schwächelnder Dollar stützen die Erholung.

Redaktion Stock-World ·
Eine Hand in einem Anzug hält einen glänzenden Goldbarren, im Hintergrund ein unscharfes, elegantes Finanzbüro. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis steigt auf 4.308 Dollar
  • Zentralbanken planen weitere Goldkäufe
  • Fed signalisiert mögliche Zinserhöhungen
  • Iran-Abkommen schwächt Dollar und Öl

Der Goldpreis kämpft sich zurück. Nach dem Kurseinbruch auf rund 4.250 US-Dollar infolge der Fed-Sitzung zur Wochenmitte notiert das Edelmetall am Donnerstag wieder bei etwa 4.308 US-Dollar. Zwei Kräfte stützen die Erholung: physische Käufe und eine bemerkenswerte Umfrage unter Zentralbanken weltweit.

Zentralbanken kaufen weiter

84 Prozent der vom World Gold Council befragten Notenbanken planen, ihre Goldreserven in den kommenden Monaten auszubauen. Besonders Schwellenländer diversifizieren weg vom US-Dollar. Der Grund: wachsende Sorgen über geopolitische Fragmentierung und die langfristige Stabilität von Reservewährungen.

Diese strukturelle Nachfrage wirkt als Puffer gegen Zinsdruck. Selbst wenn Realzinsen steigen, stützen Zentralbankkäufe den Kurs von unten.

Fed schockt mit Zinsausblick

Das erste FOMC-Treffen unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh hinterließ deutliche Spuren. Die Notenbank ließ den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Allerdings strich sie alle Hinweise auf baldige Zinssenkungen aus ihrem Statement.

Stattdessen betonte die Fed den Kampf gegen die hartnäckige Kerninflation, die im Mai bei 2,9 Prozent lag. Der Dot Plot deutet sogar auf mögliche weitere Erhöhungen noch 2026 hin. Diese Botschaft löste den Ausverkauf aus. Dass Gold ihn binnen 24 Stunden weitgehend aufgeholt hat, werten Analysten als Zeichen robuster Nachfrage.

Dollar schwächelt, Iran-Deal im Blick

Rückenwind kommt von der Währungsseite. Die Märkte preisen eine bevorstehende Einigung im Iran-Konflikt ein. Für Freitag, den 19. Juni, wird die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens erwartet — inklusive Wiedereröffnung der Straße von Hormus.

Die Aussicht darauf drückt Brent-Öl unter 78 US-Dollar. Sinkende Energiepreise schwächen den Inflationsdruck und damit den Dollar als klassischen Sicherheitshafen. Ein schwächerer Dollar-Index macht Gold für internationale Käufer günstiger.

Technisch noch nicht frei

Trotz der Erholung bleibt die Lage angespannt. Die 200-Tage-Linie verläuft bei rund 4.430 US-Dollar — Gold notiert weiterhin darunter. Händler sehen einen nachhaltigen Ausbruch über diese Marke als Voraussetzung für ein neues Aufwärtsmomentum.

Die nächste Unterstützung liegt bei 4.280 US-Dollar. Solange dieser Bereich hält, bleibt die Erholungsbewegung intakt. Die formalen Details des Iran-Abkommens am Freitag dürften den nächsten Impuls liefern — in die eine oder andere Richtung.

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