Gold: Anhaltender Aufwärtstrend!

Große Investmentbanken halten an hohen Goldkurszielen fest, gestützt durch anhaltende Käufe von Notenbanken weltweit. Die De-Dollarisierung treibt die Nachfrage, kurzfristig wirken Zinserwartungen dämpfend.

Felix Baarz ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zentralbanken weltweit bauen Goldreserven aus
  • Goldman Sachs und Co. sehen Kursziele bis 7.200 USD
  • De-Dollarisierung als struktureller Nachfrage-Treiber
  • Starker US-Arbeitsmarkt bremst kurzfristig

Trotz eines Kursrückgangs von über zehn Prozent im März 2026 — dem stärksten Monatsverlust seit 2013 — halten große Banken an ambitionierten Jahreszielen fest. Goldman Sachs, UBS und JPMorgan sehen das Edelmetall auf dem Weg zu neuen Höchstständen. Was steckt dahinter?

Der strukturelle Rückenwind kommt aus einer unerwarteten Richtung: Immer mehr Zentralbanken weltweit bauen ihre Goldreserven aus. Nicht nur die üblichen Verdächtigen wie China, das seine Käufe über 15 aufeinanderfolgende Monate bis Januar 2026 fortsetzte. Auch lange inaktive Notenbanken aus Guatemala, Indonesien, Malaysia und Südkorea sind wieder am Markt aktiv. Laut World Gold Council war Usbekistan im Januar der größte Käufer, während Russland mit neun Tonnen die größten Verkäufe verzeichnete.

De-Dollarisierung als Kaufmotiv

Der Antrieb hinter dieser breiten Käuferbasis ist klar: Gold lässt sich weder einfrieren noch durch Sanktionen entwerten — ein entscheidender Vorteil gegenüber Dollar-Reserven, dessen Nutzung als außenpolitisches Druckmittel das Vertrauen vieler Länder in Fiat-Währungsreserven erschüttert hat. Besonders im Globalen Süden und bei BRICS-Staaten treibt diese Überlegung die Nachfrage.

Für 2026 erwartet der World Gold Council Zentralbankkäufe von rund 850 Tonnen — leicht unter dem Vorjahreswert von 863 Tonnen, aber im historischen Vergleich nach wie vor außergewöhnlich hoch. Goldman Sachs geht davon aus, dass Schwellenländer-Notenbanken rund 60 Tonnen pro Monat kaufen werden.

Banken mit hohen Kurszielen — trotz Gegenwind

Die Jahresziele der großen Häuser sind bemerkenswert optimistisch:

  • Goldman Sachs: 5.400 USD je Feinunze
  • JPMorgan: 6.300 USD
  • Deutsche Bank: 6.000 USD
  • UBS: 6.200 USD, Aufwärtsszenario 7.200 USD

Kurzfristig steht Gold allerdings unter Druck. Der starke US-Arbeitsmarktbericht für März mit 178.000 neu geschaffenen Stellen hat die Erwartungen auf ein länger hohes Zinsniveau gefestigt. Laut CME-Group-Daten liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im April bei null Prozent — ein Umfeld, das Aufwärtspotenzial begrenzt.

Hinzu kommt ein strukturelles Spannungsfeld: Höhere Preise bremsen neue Käufe und verschieben das Gewicht bestehender Goldbestände innerhalb der Gesamtreserven. Das FOMC-Protokoll am 8. April sowie die US-Inflationsdaten dieser Woche werden zeigen, ob der kurzfristige Gegenwind anhält oder nachlässt. Solange der strukturelle Kaufdruck der Zentralbanken intakt bleibt, dürften die langfristigen Kursziele der Banken jedoch nicht zur Disposition stehen.

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