Gold: Aufwärtsbewegung ungebrochen!

Die institutionelle Nachfrage von Zentralbanken und die Verlagerung des Handels nach Asien bilden ein stabiles Fundament für den Goldpreis, das kurzfristige Rücksetzer abfedert.

Eduard Altmann ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zentralbankkäufe erreichen drittes Rekordjahr in Folge
  • Asien entwickelt sich zum neuen Handelszentrum für Gold
  • Physische Nachfrage in Indien und China bleibt robust
  • Preiskonsolidierung auf hohem Niveau statt Trendwende

Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hat Gold kurzzeitig unter Druck gesetzt — doch der Preisrückgang fiel moderat aus. Das sagt viel über die aktuellen Kräfteverhältnisse am Goldmarkt aus.

Mit rund 4.785 USD pro Feinunze notiert das Edelmetall wieder fester. Die anfänglichen Gewinnmitnahmen, ausgelöst durch die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe und die geplante Wiedereröffnung der Straße von Hormus, verpufften schnell. Zu stark sind die fundamentalen Stützen, die unabhängig vom geopolitischen Tagesgeschehen wirken.

Zentralbanken kaufen — Jahr für Jahr

Der entscheidende Faktor ist die institutionelle Nachfrage. Zentralbanken, allen voran aus China, Indien und der Türkei, bauen ihre Goldreserven systematisch aus. Laut World Gold Council erreichte die weltweite Gesamtnachfrage 2025 einen Rekordwert von über 5.002 Tonnen. Es war bereits das dritte Jahr in Folge, in dem Notenbanken mehr als 1.000 Tonnen erwarben.

Hinter diesen Käufen steckt eine klare Strategie: Diversifikation weg vom US-Dollar. Diese strukturelle Nachfrage fungiert als dauerhaftes Preisfundament — sie gleicht Schwankungen bei ETF-Zuflüssen oder im Schmucksektor zuverlässig aus.

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Asien baut Infrastruktur aus

Parallel verschiebt sich die Architektur des globalen Goldhandels. Singapur treibt den Ausbau zu einer regionalen Drehscheibe voran und stärkt Clearing- sowie Lagerkapazitäten. Das Handelsvolumen wandert zunehmend von London und New York nach Asien ab.

In Indien zeigt sich die physische Nachfrage bei aktuellen Konsolidierungsniveaus robust — Käufer nutzen Rücksetzer gezielt für Neukäufe. In China stiegen die Investitionen in Barren und Münzen zuletzt deutlich an. Die Region entwickelt sich damit nicht nur zum größten Abnehmer, sondern auch zum strukturprägenden Zentrum des Marktes.

Die diplomatischen Gespräche in Islamabad bleiben zwar ein Unsicherheitsfaktor — ob die Waffenruhe hält, ist offen. Analysten werten die aktuelle Phase jedoch als Konsolidierung auf hohem Niveau, nicht als Trendwende. Gemessen am 52-Wochen-Tief bei 3.941 USD liegt Gold noch immer mehr als 20 Prozent im Plus.

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