Gold: Ausblick vielversprechend!

Der Goldpreis steigt trotz einer US-iranischen Waffenruhe und eines Ölpreissturzes. Langfristige Nachfrage von Zentralbanken und private Absicherung halten den Markt stabil.

Redaktion Stock-World ·
Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Waffenstillstand dämpft kurzfristige Kriegsprämie
  • Strukturelle Käufer wie Zentralbanken stützen Nachfrage
  • Volatilität durch Makrodaten und Fed-Protokoll erwartet
  • Großbanken mit unterschiedlichen Jahresprognosen

Ein US-iranischer Waffenstillstand, ein Ölpreissturz von über 17 Prozent und eine vollgepackte Makrodatenwoche — Gold navigiert gerade durch ein ungewöhnlich dichtes Nachrichtenfeld. Trotz nachlassender Kriegsprämie hält sich das Edelmetall heute klar im Plus.

Auslöser war Trumps Ankündigung in der Nacht auf Dienstag: eine zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran, die buchstäblich in letzter Minute vor Ablauf seiner gesetzten Frist vereinbart wurde. Der Ölpreis brach daraufhin massiv ein — was Inflationssorgen kurzfristig dämpfte und die unmittelbare Kriegsprämie aus dem Goldpreis trieb. Trotzdem notiert Gold heute rund 1,8 Prozent höher bei knapp 4.820 US-Dollar.

Warum Gold trotz Entspannung steigt

Der scheinbare Widerspruch lässt sich erklären. Zum einen bleibt die Waffenruhe fragil: Ob der Iran die Straße von Hormus tatsächlich vollständig freigibt, ist noch unklar — Irans Außenminister sprach lediglich von einer Durchfahrt unter iranischer Militärverwaltung. Zum anderen haben frühere Ölpreisanstiege über 110 US-Dollar Inflationsrisiken aufgebaut, die sich nicht über Nacht auflösen.

Hinzu kommt: Die Geldmärkte rechnen für 2026 mit keinerlei Fed-Zinssenkungen. Das FOMC-Protokoll vom März, das heute Abend veröffentlicht wird, könnte diese Erwartung weiter festigen — oder erschüttern. Zusätzlich stehen in dieser Woche noch US-BIP-Daten für das vierte Quartal sowie der Verbraucherpreisindex auf dem Programm. Die Volatilität dürfte hoch bleiben.

Strukturelle Käufer halten die Nachfrage hoch

Unabhängig vom Tagesgeschehen stützen langfristige Faktoren den Goldpreis. Goldman Sachs erwartet, dass Zentralbanken der Schwellenländer 2026 rund 60 Tonnen Gold pro Monat kaufen — getrieben von der Diversifizierung weg vom US-Dollar. Die chinesische Zentralbank kaufte 15 Monate in Folge bis Januar 2026 kontinuierlich Gold. Westliche ETFs verzeichneten seit Anfang 2025 Zuflüsse von rund 500 Tonnen.

Die Jahresprognosen der Großbanken spiegeln dieses Bild wider:

  • Wells Fargo: 6.100–6.300 USD
  • JPMorgan: 6.300 USD
  • UBS: 6.200 USD
  • Goldman Sachs: 5.400 USD
  • HSBC: 3.950–5.050 USD (mit explizitem Verweis auf Abwärtsrisiken bei nachlassenden Spannungen)

Goldman Sachs begründet sein Ziel damit, dass private Anleger, die Gold als Absicherung gegen fiskalische Risiken und Zweifel an der Zentralbankunabhängigkeit halten, schlicht nicht verkaufen — auch nach dem über zehnprozentigen Rückgang im März, dem stärksten Monatsverlust seit 2013.

Zwei Wochen Atempause — und dann?

Die Waffenruhe läuft zwei Wochen. Ab Freitag sollen Verhandlungen in Islamabad beginnen. Bis dahin bleibt offen, ob aus der Pause eine dauerhafte Deeskalation wird — oder ob die Unsicherheit zurückkehrt und die Nachfrage nach sicheren Häfen wieder anzieht. Gemessen an der Jahresperformance von rund 11 Prozent und einem Kurs, der noch gut elf Prozent unter dem Allzeithoch von 5.450 US-Dollar aus dem Januar liegt, hat Gold bereits bewiesen, dass es nachrichtengetriebene Schwankungen wegstecken kann.

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