Gold: Bestände steigen auf 2.331,52 Tonnen
Trotz fallender Notierungen stockt China seine Goldbestände im Mai erneut auf. Die globale Zentralbank-Nachfrage bleibt hoch.

Kurz zusammengefasst
- China kauft 19. Monat in Folge Gold
- Goldpreis fällt 22 Prozent unter Jahreshöchst
- Private Nachfrage in China sinkt deutlich
- Zentralbanken weltweit kaufen weiter zu
Die People’s Bank of China hat ihre Goldreserven im Mai erneut ausgebaut — zum 19. Mal in Folge. Der Goldpreis selbst steht derweil unter erheblichem Druck.
Die chinesische Devisenbehörde SAFE meldete am 7. Juni Bestände von 74,96 Millionen Feinunzen. Das sind 320.000 Feinunzen mehr als im April — umgerechnet rund 9,95 Tonnen. Chinas offizielle Goldreserven liegen damit bei 2.331,52 Tonnen.
Auffällig: Der Dollarwert der Bestände sank trotzdem. Im April waren es noch 344,2 Milliarden Dollar, im Mai nur noch 340,8 Milliarden. China kaufte mehr physisches Gold, aber der Marktpreis drückte die Bewertung nach unten.
Binnenmarkt kühlt ab
Das Bild innerhalb Chinas ist zwiegespalten. Die Shanghai Gold Exchange lieferte im Mai nur 63,5 Tonnen Gold aus. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2020 — und etwa halb so viel wie im März. Der staatliche Reserveaufbau läuft, während die private Nachfrage im Inland stark nachlässt.
China steht damit nicht allein unter den aktiven Zentralbanken. Polen kaufte im April 14 Tonnen und summiert seit Jahresbeginn 45 Tonnen. Über die vergangenen 36 Monate erwarben globale Zentralbanken im Schnitt netto 29 Tonnen Gold pro Monat.
Zinsen und Geopolitik belasten
Der Goldpreis notiert aktuell bei rund 4.360 Dollar je Unze — rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 Dollar. Der RSI liegt bei 35, der Kurs rund 6 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Das sind klare Zeichen technischer Schwäche.
Die Belastungsfaktoren sind bekannt: steigende US-Renditen, ein stärkerer Dollar und wachsende Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung der Fed. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten eines unverzinsten Metalls. Israelische Angriffe auf Iran und Libanon ließen die Ölpreise um mehr als 4 Dollar steigen und verstärken die Inflationssorgen — für Gold ein ambivalentes Signal.
Gold dominiert offizielle Reserven weltweit
Die EZB hat in ihrem Bericht zur internationalen Rolle des Euro festgehalten, dass Gold Ende 2025 einen Anteil von 27 Prozent an den globalen offiziellen Reserven hatte. Damit lag es vor US-Staatsanleihen mit 22 Prozent und dem Euro mit 15 Prozent.
Chinas Fremdwährungsreserven stiegen im Mai auf 3,44 Billionen Dollar — den höchsten Stand seit Ende 2015. Der Ausbau der Goldreserven läuft also parallel zu einer insgesamt wachsenden Reserveposition. Kurzfristig drücken Renditen und Dollar auf den Preis. Die Zentralbanken kaufen trotzdem weiter.
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