Gold: China kauft 260.000 Unzen im April
Chinas Zentralbank setzt Rekordkäufe fort, während Spekulanten am Terminmarkt sich zurückziehen. Der Goldpreis konsolidiert zwischen wichtigen Durchschnitten.

Kurz zusammengefasst
- Chinas Notenbank kauft 18. Monat in Folge Gold
- Open Interest fällt auf tiefsten Stand seit 2009
- Goldpreis hält sich über der 200-Tage-Linie
- US-Arbeitsmarktdaten als nächster Impulsgeber
Der Goldpreis hält sich über 4.500 US-Dollar — aber nicht wegen spekulativer Kaufwellen. Es ist physische Nachfrage, allen voran aus China, die den Markt stabilisiert. Das Open Interest am Terminmarkt erzählt eine ganz andere Geschichte.
China kauft — zum 18. Mal in Folge
Die People’s Bank of China hat ihr Goldkaufprogramm im April 2026 den achtzehnten Monat in Folge fortgesetzt. Der Zuwachs von rund 260.000 Unzen war der größte monatliche Anstieg seit Dezember 2024. Die offiziellen Goldreserven des Landes kletterten damit auf 74,64 Millionen Unzen.
Hinter dieser Strategie steckt ein klares Motiv: weg vom US-Dollar, hin zu neutralen Sachwerten. Marktbeobachter werten die Beständigkeit dieser Käufe als Signal für langfristiges Vertrauen in das Edelmetall. Polen und die Türkei traten zuletzt ebenfalls verstärkt als Käufer auf.
Terminmarkt auf Mehrjahrestief
Während Notenbanken kaufen, ziehen sich Spekulanten zurück. Das Open Interest bei Gold-Futures sank zum Wochenschluss auf 328.612 Kontrakte — der niedrigste Stand seit Mai 2009. Bestehende Positionen werden eher abgebaut als neue aufgebaut.
Kein Wunder, dass der Preis seitwärts läuft. Der Goldpreis schloss die Woche bei 4.569,90 US-Dollar, ein Wochenplus von knapp über einem Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 5,25 Prozent zu Buche. Der RSI von 49,8 bestätigt die neutrale Lage.
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Makro und Chartbild im Blick
Fortschritte in den Nuklearverhandlungen zwischen den USA und dem Iran drückten zuletzt die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen. Das belastete den Dollar — und verschaffte Gold Luft für die Erholung über 4.500 US-Dollar.
Charttechnisch verteidigt Gold die 200-Tage-Linie bei 4.426,50 US-Dollar als Unterstützung. Nach oben blockieren die SMA20 bei 4.586,20 US-Dollar und die SMA50 bei 4.630,20 US-Dollar den Weg. Erst ein Tagesschluss über 4.630,20 US-Dollar würde das kurzfristige Chartbild aufhellen und Potenzial bis 4.800 US-Dollar freisetzen.
In der kommenden Woche liefern US-Arbeitsmarktdaten sowie Inflationszahlen aus der Eurozone den nächsten Impuls. Da Gold keine Zinsen abwirft, reagiert der Preis direkt auf Verschiebungen in den Zinserwartungen der Fed und der EZB — und die Datenlage könnte die aktuelle Konsolidierung rasch in Bewegung bringen.
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