Gold: China setzt Kaufserie fort
Gold gibt kurzfristig nach, während Notenbanken ihre Bestände ausbauen: China kauft weiter, und die Niederlande verlagern 86 Tonnen.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis sinkt um 0,8 Prozent
- Zentralbanken melden 130 Tonnen Zukäufe
- China verlängert Kaufserie auf 22 Monate
- Niederlande verlagern 86 Tonnen Gold
Gold notiert heute bei 4.365,94 US-Dollar je Feinunze und gibt damit 0,8 Prozent nach. Der jüngste Rückgang wirkt angesichts der langfristigen Käuferstruktur wie eine Verschnaufpause – denn hinter den Kulissen bauen Zentralbanken ihre Goldreserven weiter kontinuierlich aus.
Zentralbanken kaufen weiter zu
Der World Gold Council meldete für Juli 2026 netto 23 Tonnen an Zentralbankkäufen, wobei China 20 Tonnen und Polen 8 Tonnen beisteuerten. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierten sich die gemeldeten Nettokäufe auf rund 130 Tonnen.
Für das zweite Quartal 2026 hatte der World Gold Council in seinem Gold Demand Trends-Bericht sogar netto 289 Tonnen an Zentralbankkäufen ausgewiesen – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der durchschnittliche LBMA-Goldpreis lag in dieser Auswertung bei 4.506,29 US-Dollar je Unze.
Diese strukturelle Nachfrage bildet das Fundament, vor dem sich die aktuelle Kursschwäche relativiert. Chinas jüngster Rekord-Zukauf, den die People’s Bank of China am Montag, dem 7. September 2026, meldete, reiht sich in dieses Bild ein: Die Notenbank kaufte im August 650.000 Unzen und setzte damit ihre Kaufserie auf 22 Monate fort.
Verlagerung der niederländischen Reserven als Signal
Neben den reinen Kaufzahlen gibt auch die Lagerpolitik der Notenbanken Hinweise auf ihre strategische Ausrichtung. Die niederländische Zentralbank verlegte in den vergangenen sechs Monaten 86 Tonnen Gold von New York und Ottawa nach London – das entspricht 27,5 Prozent der zuvor in Nordamerika gelagerten Bestände. Die Gesamtreserven der Notenbank blieben mit 612,4 Tonnen unverändert.
Reuters ordnete diese Verlagerung als Signal für eine höhere Handelbarkeit und verstärkte Krisenvorsorge ein. Der Zeitpunkt fällt zusammen mit einer Phase, in der Gold Anfang September auf ein mehr als dreiwöchiges Tief fiel, weil steigende Zinsängste und geopolitische Spannungen die Stimmung belasteten.
Zinsdebatte bleibt Belastungsfaktor
Die Kursschwäche der vergangenen Tage hat vor allem geldpolitische Gründe. Nach den stärker als erwartet ausgefallenen US-Jobdaten Anfang September nahmen die Wetten auf eine straffere Fed-Politik zu, Gold verlor daraufhin an einem Tag 1,6 Prozent.
Erst die Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller, der vor gut einer Woche für unveränderte Zinsen plädierte, sofern der Inflationsdruck weiter nachlässt, hatten dem Edelmetall zuvor kurzzeitig Auftrieb verschafft – seither hat der Kurs aber wieder 1,3 Prozent verloren.
Diese Gemengelage aus nachlassendem kurzfristigem Momentum und robuster struktureller Nachfrage dürfte den Goldmarkt vorerst prägen. Auf Sicht von zwölf Monaten steht bei Gold weiterhin ein Plus von 20 Prozent zu Buche, was die grundsätzliche Stärke des Aufwärtstrends unterstreicht, auch wenn kurzfristige Zinsspekulationen für Volatilität sorgen.
Anleger dürften daher weiterhin genau auf Signale der Fed sowie auf die monatlichen Kaufmeldungen der Notenbanken achten, die dem Goldpreis auch künftig als Stütze dienen könnten.
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