Gold: CPI am 12. Mai entscheidend
Gold notiert bei 4.720 Dollar je Unze, getrieben von Nahost-Hoffnungen, aber gebremst durch die anhaltend restriktive Fed-Politik.

Kurz zusammengefasst
- Wochenplus von knapp zwei Prozent
- Fed belässt Leitzins unverändert
- Chinesische Zentralbank kauft weiter Gold
- US-Inflationsdaten als nächster Kurstreiber
Wochenlang drückte der Zinsausblick auf den Goldpreis. Jetzt sorgt der Nahe Osten für Gegenbewegung — allerdings auf wackeligem Fundament.
Gold schloss die Woche bei 4.720 US-Dollar je Unze, ein Plus von knapp zwei Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Edelmetall damit rund neun Prozent im Plus, notiert aber noch gut 13 Prozent unter dem Januarhoch bei 5.450 US-Dollar.
Waffenstillstand treibt, Zinsen bremsen
Den Kursanstieg zum Wochenschluss befeuerte Optimismus um ein mögliches US-iranisches Friedensabkommen. Trotz eines Schusswechsels zwischen beiden Ländern — dem bisher schwersten Test des einmonatigen Waffenstillstands — erklärte der Iran die Lage für stabil. US-Präsident Trump bestätigte, der Waffenstillstand sei weiterhin in Kraft. Washington wartet nun auf Teherans Antwort auf einen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Antwort soll über Pakistan übermittelt werden.
Das eigentliche Hemmnis für Gold bleibt der Zinskanal. Die Fed hielt ihren Leitzins zuletzt unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent — die dritte Sitzung in Folge ohne Änderung. Angesichts eines stabilen Arbeitsmarkts und Inflationserwartungen von vier Prozent oder mehr preisen die Geldmärkte für 2026 keine einzige Zinssenkung ein. Höhere Realrenditen machen das nicht-verzinsliche Edelmetall strukturell weniger attraktiv.
Dass Brent-Rohöl seit Ende Februar rund 37 Prozent gestiegen ist, während Gold im gleichen Zeitraum zehn Prozent verloren hat, illustriert diesen Mechanismus: Moderate Inflation signalisiert eine Fed mit Handlungsspielraum — kein unkontrollierbares Risiko, das Anleger in Gold treibt.
Terminmarkt erholt sich, Bestände schrumpfen
Am COMEX-Terminmarkt stabilisiert sich die Lage. Die offenen Kontrakte stiegen bis Freitagsschluss auf rund 379.000 — nach einem zwischenzeitlichen Rückgang zu Wochenbeginn. Die physischen Goldbestände an der COMEX gehen dagegen weiter zurück: Der Gesamtbestand fiel auf 29,14 Millionen Unzen, seit Jahresbeginn ein Minus von rund 19 Prozent. Die physische Deckungsquote liegt mit 77 Prozent aber noch auf hohem Niveau.
Strukturell bleibt die Nachfrage intakt. Die People’s Bank of China meldete im März ihren 17. aufeinanderfolgenden monatlichen Goldkauf und hält inzwischen 2.313 Tonnen — rund neun Prozent ihrer gesamten Devisenreserven. Goldman Sachs erwartet bis Ende 2026 einen Anstieg auf 5.400 US-Dollar, gestützt durch anhaltende Zentralbankkäufe und eine eventuelle Zinswende der Fed.
CPI-Daten als nächster Prüfstein
Technisch spricht einiges für eine Fortsetzung der Erholung, solange Gold oberhalb von 4.705 US-Dollar hält. Widerstände warten bei 4.752 und 4.776 US-Dollar, darüber bei rund 4.800 US-Dollar.
Der entscheidende Datenpunkt kommt am 12. Mai: Der US-Inflationsbericht für April dürfte die Richtung vorgeben. Ein überraschend hoher CPI würde die Erwartung einer dauerhaft restriktiven Fed zementieren — und den Gegenwind für Gold verstärken.
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