Gold: Death Cross droht bei 4.481 Dollar

Gold fällt auf 4.103 Dollar, Death Cross droht. Fed-Politik und starke Daten erhöhen den Druck auf das Edelmetall.

Redaktion Stock-World ·
Ein goldenes Kreuz, teilweise von dunklen Schatten verdeckt, vor einem digitalen Aktienchart, der ein 'Death Cross' zeigt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold notiert bei 4.103 US-Dollar
  • Death Cross als Verkaufssignal droht
  • Fed-Chef lehnt Zinssenkungen ab
  • Zentralbanken kaufen verdeckt 244 Tonnen

Ein leichter Kursanstieg zum Wochenausklang täuscht nicht über die angespannte Lage hinweg. Gold beendete den Freitagshandel bei 4.103,70 US-Dollar je Unze. Auf Jahressicht steht das Edelmetall damit gut fünf Prozent im Minus. Der Abstand zum Rekordhoch aus dem Januar beträgt mittlerweile gewaltige 27 Prozent.

Gefährliche Konstellation im Chart

In der neuen Handelswoche blicken Analysten gebannt auf ein technisches Warnsignal. Der 50-Tage-Durchschnitt fällt weiter ab. Aktuell verläuft diese Linie bei rund 4.481 US-Dollar. Kreuzt sie den längerfristigen Durchschnitt nach unten, entsteht ein sogenanntes „Death Cross“. Ein solches Todeskreuz gilt am Markt als starkes Verkaufssignal.

Die Folge: Der fundamentale Druck bleibt hoch. Er kommt direkt von der US-Notenbank. Fed-Chef Warsh erteilte baldigen Zinssenkungen zuletzt eine klare Absage. Die hartnäckige Kern-PCE-Inflation von 3,4 Prozent zwingt die Währungshüter zum Handeln. Die Deutsche Bank rechnet in diesem Jahr sogar mit zwei weiteren Zinserhöhungen. Erste Zinssenkungen erwarten die Ökonomen demnach erst ab 2028.

Zentralbanken stützen den Markt

Trotz des Gegenwinds aus Washington bricht die physische Nachfrage nicht ein. Im ersten Quartal kauften Zentralbanken weltweit netto 244 Tonnen Gold. Viele Transaktionen finden dabei verdeckt statt. Die offiziellen Daten des Internationalen Währungsfonds weisen für diesen Zeitraum lediglich 16 Tonnen aus. Diese gigantische Lücke zeigt das wahre Ausmaß der staatlichen Käufe.

Große Investmentbanken ziehen derweil unterschiedliche Schlüsse für die Preisentwicklung. Goldman Sachs reagierte auf die straffe Geldpolitik. Die Analysten senkten ihr Kursziel von 5.400 auf 4.900 US-Dollar. Die Bank of America bleibt wesentlich optimistischer. Sie hält an ihrem ambitionierten Ziel von 6.000 US-Dollar fest.

Dichter Datenkalender

Die kommenden Tage bringen reichlich Bewegungspotenzial. Der US-Wirtschaftskalender ist prall gefüllt. Den Auftakt machen die JOLTS-Stellenangebote am Dienstag. Am Mittwoch folgen die ADP-Arbeitsmarktdaten sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex.

Den Höhepunkt markiert der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. Wegen des Unabhängigkeitstages am Freitag veröffentlicht die Regierung die Zahlen bereits am Donnerstag. Fallen diese Daten robust aus, dürfte das die Zinserwartungen weiter dämpfen. Für den Goldpreis würde der Druck auf die charttechnischen Unterstützungen damit massiv zunehmen.

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