Gold: Deutsche Bank kürzt Q3-Ziel um 22 Prozent

Gold fällt auf Zwei-Wochen-Tief, Großbanken senken ihre Kursziele drastisch. Starker Dollar und Zinserwartungen setzen das Edelmetall unter Druck.

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Ein glänzender Goldbarren steht aufrecht vor einem dunklen Hintergrund, mit einem angedeuteten roten Abwärtspfeil im Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis auf Zwei-Wochen-Tief gefallen
  • Starker Dollar belastet die Nachfrage
  • Deutsche Bank senkt Kursziel um 22 Prozent
  • PCE-Inflationsdaten als nächster Test

Der Goldpreis rutscht auf ein Zwei-Wochen-Tief. Ein starker US-Dollar und aggressive Zinssignale der Federal Reserve setzen das Edelmetall massiv unter Druck. Die Folge: Großbanken streichen ihre Kursziele radikal zusammen. Spot-Gold kämpft aktuell um die Marke von 4.097 US-Dollar.

Zinsangst stützt den Dollar

Ein fester Greenback verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums. Das bremst die Nachfrage spürbar. Der US-Dollar-Index kletterte am Dienstag erstmals seit Mai 2025 über die Marke von 100. Damit erreichte er ein 13-Monats-Hoch.

Parallel dazu preisen Händler eine straffere Geldpolitik ein. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis September liegt bei 70 Prozent. Bis Dezember rechnet der Markt fest mit einem weiteren Zinsschritt. Höhere Zinsen machen das zinslose Edelmetall für Anleger unattraktiv.

Analysten kappen Kursziele

Die veränderte Zinslandschaft zwingt Analysten zum Handeln. Die Deutsche Bank kappte ihre Prognose für das dritte Quartal 2026 massiv. Das Ziel sinkt um über 22 Prozent auf 4.300 US-Dollar pro Unze.

Für das vierte Quartal erwarten die Experten nun 4.800 US-Dollar. Im schlimmsten Fall droht laut den Analysten sogar ein Absturz auf 3.800 US-Dollar. Dies wäre bei mehreren Fed-Zinsschritten denkbar.

Auch Goldman Sachs zieht Konsequenzen aus der Zinswende. Die US-Bank senkte ihr Jahresendziel von 5.400 auf 4.900 US-Dollar.

Geopolitisches Chaos

Normalerweise stützen politische Krisen den Goldpreis. Aktuell liefert die geopolitische Lage aber keine klaren Impulse. Zunächst kursierten Berichte über einen Deal zwischen den USA und dem Iran. Dieser sah vor, die Sanktionen für 60 Tage zu lockern. Als Teil davon sollte die Straße von Hormus wieder öffnen.

Die Informationslage bleibt jedoch widersprüchlich. Der Iran dementierte das Abkommen prompt. Ex-US-Präsident Trump sprach dagegen von einer fertigen Einigung. Am 20. Juni verkündete Teheran dann, die Meerenge erneut zu sperren. Als Grund nannte das Land israelische Angriffe im Südlibanon. Das US-Centcom widersprach dieser Sperrung direkt. Ein Krisenaufschlag für Gold bleibt daher aus.

PCE-Daten im Fokus

Neben der Zinspolitik belasten fallende US-Technologiewerte die Stimmung. Anleger verkaufen offenbar Gold, um Verluste im Tech-Sektor auszugleichen.

Am 25. Juni steht der nächste Härtetest an. Dann veröffentlichen die USA den PCE-Inflationsbericht. Dieser Datensatz ist das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Fällt die Teuerung unerwartet hoch aus, dürfte der Druck auf Gold weiter zunehmen. Die weiterhin robuste Nachfrage der Zentralbanken federt einen tieferen Absturz bisher ab.

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