Gold: Die Zeit drängt?

Gold verliert an Wert, da ein fester US-Dollar und die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen die Nachfrage dämpfen.

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Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldkurs fällt auf Wochensicht
  • Hohe Ölpreise treiben Inflationssorgen
  • Japan interveniert massiv am Devisenmarkt
  • Zentralbanken und Tether kaufen Gold

Zentralbanken kaufen massiv, Minenbetreiber melden Rekordgewinne. Dennoch verliert Gold an Wert. Der starke US-Dollar und die hartnäckige Inflation belasten das Edelmetall spürbar.

Am Freitag notierte der Kurs bei 4.623,70 US-Dollar. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf gut zwei Prozent. Seit Jahresbeginn bleibt ein Plus von rund sechs Prozent. Die aktuelle Dynamik spricht gegen schnelle Kursgewinne.

Ölpreis zwingt Notenbanken zur Härte

Ein Auslöser für den Preisdruck ist der Ölmarkt. Die Sorte Brent kostet mittlerweile rund 111 US-Dollar pro Barrel. Das heizt die Sorge vor einer neuen Inflationswelle an. Führende Zentralbanken reagieren darauf mit verbaler Härte. Sie wollen die Leitzinsen länger auf einem hohen Niveau belassen. Die Folge: Zinslose Anlagen wie Gold verlieren für Investoren an Reiz.

Japan greift am Devisenmarkt ein

Turbulenzen am Währungsmarkt verstärken den Abwärtsdruck. Japans Behörden intervenierten Ende April massiv. Sie stützten den schwachen Yen mit geschätzt 34 Milliarden US-Dollar. Das brachte den US-Dollar weltweit in Bewegung. Da Gold in der US-Währung gehandelt wird, reagiert der Kurs extrem sensibel auf solche Schwankungen. Der Dollar-Effekt wiegt am Markt aktuell schwerer als die geopolitischen Risiken im Nahen Osten.

Große Käufer stützen den Markt

Fundamentale Daten verhindern einen stärkeren Absturz. Institutionelle Adressen kaufen weiter im großen Stil. Die türkische Zentralbank erwarb allein im April rund 36 Tonnen Gold. Auch aus der Krypto-Branche kommt Nachfrage. Der Stablecoin-Anbieter Tether hält mittlerweile physisches Gold im Wert von 20 Milliarden US-Dollar als Reserve. Diese Käufe verknappen das globale Angebot.

Die großen Goldproduzenten spiegeln das hohe Preisniveau der letzten Monate wider. Agnico Eagle Mines meldete zum Jahresstart einen bereinigten Nettogewinn von fast zwei Milliarden US-Dollar. UBS-Analysten sehen für das Jahresende ein Kursziel von 5.900 US-Dollar. Das setzt allerdings eine rasche Zinswende in den USA voraus. Bis dahin bleibt das Edelmetall im Griff der straffen Geldpolitik.

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