Gold: Drei Wochen in Grün

Der Goldpreis schließt die dritte Woche in Folge mit Gewinnen, angetrieben von Zinssenkungserwartungen. Die anhaltend hohe US-Inflation und geopolitische Spannungen sorgen jedoch für Unsicherheit.

Felix Baarz ·
Goldpreis LBMA Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gold notiert dritte Woche in Folge im Plus
  • US-Inflation erreicht höchsten Stand seit 2024
  • Technische Widerstandsmarke bei 4.800 Dollar
  • Institutionelle Prognosen sehen 5.000 Dollar im Visier

Gold hat die dritte Woche in Folge mit einem Plus abgeschlossen. Hinter der stabilen Oberfläche verbergen sich jedoch widersprüchliche Signale: steigende Inflation, fragile Waffenstillstände und eine Widerstandszone, die den nächsten Schritt nach oben bremst.

Eine Woche zwischen Hoffnung und Rissen

Der Goldpreis kletterte im Wochenverlauf zeitweise auf rund 4.888 Dollar je Unze — ein Dreiwochenhoch. Treiber waren ein schwächerer Dollar und Erwartungen früherer US-Zinssenkungen, die Gold als nicht-renditetragendes Asset attraktiver machen. Zum Wochenende hin setzte Gewinnmitnahmen ein, der Schlusskurs lag bei rund 4.749 Dollar.

Gleichzeitig lieferte der US-Verbraucherpreisindex für März eine unangenehme Überraschung: Die Inflation stieg auf 3,3 Prozent — der höchste Stand seit Mai 2024. Der monatliche Anstieg von 0,9 Prozent war der stärkste seit Mitte 2022. Das erschwert der Fed die Argumentation für baldige Zinssenkungen. Laut CME-Daten liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im April bei null Prozent; erst für Dezember preisen Märkte eine 30-prozentige Chance auf eine Senkung um 25 Basispunkte ein.

Geopolitisch blieb die Lage angespannt. Ein zweiwöchiger Waffenstillstand hatte die Ölpreise zunächst gedrückt und Inflationssorgen gedämpft — doch israelische Angriffe auf den Libanon und anhaltende Störungen in der Straße von Hormuz trübten das Bild zum Wochenende hin wieder ein.

Was die neue Woche bringt

Ab Montag, dem 13. April, nimmt der LBMA-Markt den Handel wieder auf. Technisch bewegt sich Gold in einer engen Spanne zwischen 4.701 und 4.822 Dollar. Der Widerstand bei 4.800 Dollar hat sich als hartnäckige Barriere erwiesen. Auf der Unterseite liegt eine relevante Unterstützungszone zwischen 4.635 und 4.689 Dollar; deutlich tiefer wartet der 200-Perioden-SMA bei rund 3.992 Dollar. MACD und RSI zeigen weiterhin bärisches Momentum.

Auf der Datenseite stehen am Dienstag die Erzeugerpreise für März an, am Mittwoch folgt das Beige Book der Federal Reserve mit qualitativen Einblicken in die regionalen Wirtschaftsbedingungen. Beides könnte die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs neu justieren.

Geopolitisch richten sich die Blicke auf Islamabad, wo Vizepräsident JD Vance eine US-Delegation bei Gesprächen mit iranischen Vertretern anführen soll. Berichten zufolge hat Donald Trump seinen Beratern signalisiert, die Konfrontation mit dem Iran beenden zu wollen — auch ohne vollständige Wiederherstellung der Navigation durch die Straße von Hormuz. Ob diese Signale in konkrete Fortschritte münden, bleibt abzuwarten.

Mittelfristig sehen institutionelle Prognosen den Goldpreis bis zum vierten Quartal 2026 in Richtung 5.000 Dollar je Unze, mit einem Bullenfall-Szenario bis 6.250 Dollar. Die Zentralbanknachfrage bleibt strukturell stark — auch wenn die globalen Käufe im Januar 2026 mit fünf Tonnen deutlich unter dem Monatsdurchschnitt von 27 Tonnen aus dem Vorjahr lagen. Neu hinzugekommen sind Länder wie Malaysia und Südkorea, die ihre Reserveaufstockungen wieder aufgenommen haben.

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