Gold: Dritte Verlustwoche in Folge

Gold verzeichnet dritte Verlustwoche in Folge, belastet durch die Zinspolitik der US-Notenbank und einen starken Dollar.

Redaktion Stock-World ·
Ein leicht angelaufener Goldbarren liegt auf einer dunklen, strukturierten Oberfläche, symbolisierend fallende Goldpreise. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Dritte Verlustwoche für Gold
  • Fed signalisiert längere Zinserhöhungen
  • Goldman Sachs senkt Kursziel
  • Technische Indikatoren nahe überverkauft

Drei Verlustwochen hintereinander — und ein Ende ist nicht in Sicht. Gold steht unter Druck, weil die US-Notenbank Fed die Zinserwartungen der Märkte einmal mehr nach oben korrigiert hat. Der Preis schloss die Woche bei 4.172,90 US-Dollar je Feinunze, rund 26 Prozent unter dem Januarhoch von 5.626,80 Dollar.

Fed dreht die Daumenschrauben

Neun von 19 Fed-Entscheidungsträgern halten eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr für notwendig. Der Leitzins liegt aktuell bei 3,5 bis 3,75 Prozent — vorerst unverändert. Aber das Signal ist klar: höhere Zinsen, länger.

Das trifft Gold doppelt. Ein stärkerer Dollar macht das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer. Und als zinsloses Investment verliert Gold an Attraktivität, wenn Anleihen mehr abwerfen.

Goldman Sachs reagierte prompt. Die Bank senkte ihr Kursziel für Dezember 2026 von 5.400 auf 4.900 Dollar. Ihre Erwartungen für US-Zinssenkungen verschob Goldman auf Juni und Dezember 2027 — statt wie bisher Ende 2026.

Strukturelle Stützen reichen nicht

Zentralbanken kaufen weiter Gold. Das Tempo hat sich nach dem Ausnahmejahr 2022 zwar verlangsamt, bleibt aber ein langfristiger Rückhalt. Geopolitische Risiken, die Gold früher als sicheren Hafen stützten, spielen derzeit kaum eine Rolle. Eine nachlassende Iran-Prämie hat zuletzt sogar zum Abbau von Risikoaufschlägen beigetragen.

Kurz gesagt: Die strukturellen Argumente für Gold sind intakt, greifen aber gerade nicht.

Technisches Bild bleibt angespannt

Gold notiert rund 8 Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Der RSI liegt bei 35,4 — nah am überverkauften Bereich, ohne dass eine Gegenbewegung eingesetzt hätte. Die Unterstützung bei 4.000 Dollar rückt näher, Widerstand liegt zwischen 4.330 und 4.355 Dollar.

In der kommenden Woche stehen der PCE-Inflationsindex für Mai sowie die Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen auf dem Programm. Fallen diese Daten stark aus, dürfte der Druck auf Gold weiter steigen. Einige Analysten sehen dennoch eine leicht positive Tendenz für die nächste Woche — mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent für steigende Kurse. Voraussetzung: Die Fed-Erwartungen drehen nicht weiter nach oben.

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