Gold: Ein ernüchterndes Signal?

Goldpreis fällt unter 4.600 Dollar, während in Deutschland eine Debatte über die Rückführung der US-Goldreserven entbrennt.

Dr. Robert Sasse ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis korrigiert auf 4.566 Dollar
  • Short-Positionen am Terminmarkt steigen
  • Politiker fordern Rückholung von US-Gold
  • Bundesbank lehnt Verkauf und Rückführung ab

Der Goldpreis korrigiert, während Deutschland über sein Staatsgold streitet. Beides hängt zusammen — und beides zeigt, wie politisch das Edelmetall geworden ist.

Preisdruck aus zwei Richtungen

Gold kostet aktuell rund 4.566 Dollar je Feinunze. Das ist ein Rückgang von knapp einem Prozent gegenüber dem Vortag und liegt rund sechs Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

Hinter dem Druck stecken zwei Faktoren. Erstens: geopolitische Entspannungssignale rund um die Straße von Hormus. Trump erklärte, Iran habe die USA um Aufhebung der Seeblockade gebeten. Die Passage ist laut IEA derzeit für rund 20 Prozent der globalen Ölflüsse gesperrt. Eine Entspannung dort dämpft die Flucht in sichere Häfen.

Zweitens: Zinspolitik. Investoren rechnen damit, dass Fed, EZB und Bank of England die Zinsen länger hoch halten. Das belastet Gold, das keine Rendite abwirft. Die Bank of Japan ließ ihren Leitzins diese Woche unverändert. Die anderen großen Zentralbanken entscheiden noch in dieser Woche.

Short-Druck am Terminmarkt

An der COMEX stieg der Open Interest auf rund 366.000 Kontrakte — bei sinkenden Kursen. Das deutet auf neue Short-Positionen hin, nicht auf frische Käufer. Der Terminmarkt zeigt damit Verkaufsdruck.

Hinzu kommt: Dienstag war der letzte Handelstag der April-Futures. Positionsanpassungen haben den Kurs zusätzlich gedrückt.

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Deutschlands Gold in New York

Parallel läuft eine politisch brisante Debatte. Die Bundesbank hält 3.350 Tonnen Gold — die zweitgrößten Reserven weltweit. Rund 1.236 Tonnen davon lagern bei der Fed in New York, weitere 432 Tonnen in London. Nur gut die Hälfte liegt in Frankfurt.

Führende Ökonomen und Politiker fordern nun die Rückholung der New Yorker Bestände. Die AfD stellte im März 2026 einen entsprechenden Antrag im Bundestag. Die Fraktion schlug sogar vor, die Reserven könnten eine künftige nationale Währung decken — ein kaum verhüllter Hinweis auf einen Euro-Austritt. Andere Parteien lehnten das scharf ab.

ZEW-Präsident Wambach bringt es auf den Punkt: „Wenn der Krisenfall eine geopolitische Eskalation mit den USA ist, hilft ein Goldbestand in den USA nicht weiter.“ Eine vollständige Rückholung fordert er nicht — aber eine deutliche Reduzierung.

Bundesbank hält Kurs

Die Bundesbank lehnt sowohl einen Verkauf als auch eine Rückholung bislang ab. Ihr Argument: In einer Krise zählt Schnelligkeit. Gold an großen Handelsplätzen wie New York und London lässt sich schneller mobilisieren als Gold im Inland.

Das Vertrauen in die Fed als Verwahrer hat die Bundesbank wiederholt bekräftigt. Frankreich geht einen anderen Weg: Die Banque de France hat ihre US-Bestände zwischen Juli 2025 und Anfang 2026 vollständig verkauft und die Barren nach Paris geholt. Erstmals seit rund 100 Jahren lagern damit alle französischen Goldreserven im Inland.

Ob die Bundesbank dem Druck nachgibt, entscheidet sich nicht am Goldpreis — sondern an der politischen Stimmung in Berlin. Die dürfte mit jeder neuen Schlagzeile aus Washington etwas kippliger werden.

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