Gold: Erste Monatsgewinne seit Februar

Gold verzeichnet im Juli den ersten Monatsgewinn seit fünf Monaten, doch der Wochenschluss zeigt die anhaltende Fragilität des Aufschwungs.

Dr. Robert Sasse ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Erster Monatsgewinn seit Februar
  • Gold fällt am Freitag um 1,54 Prozent
  • Fed-Zinserhöhungsrisiko bremst Gold
  • Geopolitische Spannungen stützen Goldpreis

Fünf Monate ging es beim Gold nur abwärts. Im Juli hat sich das geändert. Der Preis legte um rund 1,35 Prozent zu – der erste Monatsgewinn seit Februar. Der Wochenschluss zeigt allerdings, wie fragil dieser Aufschwung ist.

Am Freitag rutschte Gold um 1,54 Prozent ab und schloss bei 4.098,60 US-Dollar je Feinunze. Damit liegt der Kurs knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.199,84 US-Dollar. Der Rücksetzer beendete eine zweitägige Gewinnserie – und zeigt, wie schnell sich die Stimmung dreht.

Fed-Pause gibt Rückenwind, Zinssorgen bremsen

Die US-Notenbank hat die Zinsen zuletzt unverändert gelassen. Das stützte Gold in dieser Woche, obwohl geopolitische Spannungen den Inflationsdruck eigentlich erhöhen. Notenbankchef Kevin Warsh bekräftigte zwar das Ziel weiterer Inflationsbekämpfung. Eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung signalisierte er aber nicht.

Drei Mitglieder des Gremiums pochten am Freitag dennoch erneut auf weiteren Straffungsbedarf. Der Markt preist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 63 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Diese Erwartung bremst weitere Kursgewinne bei Gold.

Nahost-Konflikt und Dollar-Schwankungen treiben den Preis

Die geopolitische Lage bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor. Erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran trüben den Ausblick. Frische US-Angriffe auf iranische Ziele schmälerten zuletzt die Hoffnung auf eine schnelle diplomatische Lösung.

Kurzzeitig hatte sich die Lage entspannt. Gold öffnete am Freitagmorgen erstmals seit rund einem Monat wieder über 4.100 US-Dollar, nachdem die USA ihre Luftangriffe über Nacht pausiert hatten. Die Erleichterung hielt nicht lange an.

Auch der Dollar sorgte für Bewegung. Am 30. Juli schwächte er sich deutlich ab – Marktbeobachter vermuten Interventionen der japanischen Zentralbank zur Stützung des Yen. Ein schwacher Dollar macht Gold für internationale Käufer günstiger. Am 31. Juli drehte der Dollar jedoch wieder und legte um mehr als 0,25 Prozent zu, nachdem die Bank of Japan ihren Leitzins bei 1 Prozent beließ. Das belastete Gold spürbar.

Marktanalyst Tim Waterer von KCM Trade beschrieb die Bewegung vom 31. Juli als „milde negative Tendenz“. Er führt sie auf Gewinnmitnahmen und die wiedererstarkte Dollar-Stärke zurück.

Charttechnik zeigt Ausbruchsversuch

Auf der Oberseite scheiterten Ausbruchsversuche zuletzt an den Marken 4.200 und 4.159 US-Dollar. Der Kaufdruck hielt trotzdem an. Gold stieg erstmals über die zentrale Abwärtstrendlinie, die bis zum Märzhoch bei 5.418 US-Dollar zurückreicht. Damit verließ der Kurs auch den übergeordneten Abwärtstrendkanal zur Seite hin.

Der RSI von 48,6 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand – ein neutrales Bild nach der jüngsten Kursachterbahn.

Die physische Nachfrage aus Asien bleibt ein wichtiger Faktor. Wiederholte Versuche, die 4.000-Dollar-Marke zu unterschreiten, scheiterten zuletzt. Das deutet laut Marktbeobachtern auf anhaltend starke Nachfrage aus China und anderen asiatischen Märkten hin.

Für die kommende Woche bleiben drei Themen entscheidend: die Fed-Zinspolitik, die Lage im Nahen Osten und die Dollar-Reaktion auf die Bank-of-Japan-Entscheidung. Hält Gold die Marke von 4.000 US-Dollar erneut, dürfte die aktuelle Bodenbildung an Substanz gewinnen.

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Gold Rohstoff

4.098,60 USD

– 64,20 USD -1,54 %
KGV
Sektor
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