Gold: Erste Monatsgewinne seit fünf Monaten

Nach fünf Monaten Rückgang verzeichnet Gold ein monatliches Plus. Dollarschwäche und geopolitische Spannungen prägen den Kurs.

Dieter Jaworski ·
Glänzende Goldbarren in einer professionellen Finanzumgebung mit weichem Licht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Erster monatlicher Kursanstieg seit fünf Monaten
  • Schwächerer US-Dollar begünstigt Edelmetallnachfrage weltweit
  • Geopolitische Konflikte stützen Gold als Sicherheitsanlage
  • Indien verzeichnet steigende inoffizielle Goldimporte

Gold pendelt am Freitag um die Marke von 4.100 US-Dollar je Feinunze. Der Preis fällt leicht um 0,42 Prozent auf 4.086,21 Dollar.

Auf Monatssicht steht trotzdem ein Plus von 1,36 Prozent. Das ist der erste Monatsgewinn seit fünf Monaten – und ein Bruch mit der Korrekturphase seit dem Rekordhoch im Januar.

Im Jahresvergleich liegt der Preis sogar 21,51 Prozent höher. Zwei Handelssitzungen in Folge hatte Gold zuvor zugelegt. Der Grund: ein deutlicher Rückgang des US-Dollars.

Dollarschwäche treibt den Preis

Japan hat vermutlich erneut am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stärken. Das setzt den Dollar unter Druck. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA automatisch günstiger.

Insgesamt steuert das Edelmetall diesen Monat auf ein Plus von mehr als 2 Prozent zu.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die US-Notenbank. Sie ließ den Leitzins in dieser Woche unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Notenbankchef Kevin Warsh bekräftigte dabei das Ziel, die Inflation weiter zu senken – trotz wachsendem Preisdruck durch die Spannungen im Nahen Osten.

Nahost-Konflikt: Stütze und Bremse zugleich

Die militärische Eskalation zwischen den USA und Iran hält an. Das US-Militär griff zuletzt erneut iranische Ziele an. Es reagierte damit auf Angriffe Teherans auf US-Vermögenswerte im Nahen Osten. Eine schnelle diplomatische Lösung rückt damit in die Ferne.

Solche Spannungen stützen Gold normalerweise als sicheren Hafen. Trotzdem bremsen die Zinserwartungen den Kursanstieg. Die Märkte preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 63 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Am Vortag lag dieser Wert zeitweise noch höher.

Indien kauft über inoffizielle Kanäle

Die physische Nachfrage spielt ebenfalls eine Rolle. Der World Gold Council berichtet von steigenden inoffiziellen Goldzuflüssen nach Indien. Der Auslöser: höhere Importzölle, die das Land Anfang des Jahres eingeführt hat. Ein Teil der indischen Nachfrage läuft demnach über informelle Kanäle, um diese Abgaben zu umgehen.

Die Woche voraus

Die kommenden Handelstage dürften vom selben Dreiklang geprägt bleiben: Dollarkurs, Fed-Signale und die Lage im Nahen Osten. Die mutmaßliche japanische Intervention zeigt, wie schnell Wechselkursbewegungen den Goldpreis kurzfristig bewegen. Die geopolitische Lage liefert dabei weiter strukturelle Unterstützung im Hintergrund.

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