Gold: Fed-Entscheid vor der Tür
Käufe nach dem Rückgang stützen Gold, während Inflationssorgen und ein fester Dollar den Preisanstieg begrenzen.

Kurz zusammengefasst
- Spotgold notiert bei rund 4.062 Dollar
- Chinesische Haushalte kaufen verstärkt Gold
- Fed-Zinsentscheid am Mittwoch steht bevor
- PCE-Inflationsdaten könnten Dezember-Erwartungen verändern
Gold hält sich oberhalb der Marke von 4.000 Dollar. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank greifen Schnäppchenjäger zu, zugleich bremsen Inflationssorgen und ein stabiler Dollar den Auftrieb. Der Spotpreis lag in der Nacht bei rund 4.062 Dollar je Unze.
Warum die Marke hält
Zuletzt stand das Edelmetall unter Druck. Als Technologiewerte fielen, verkauften Anleger Gold, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen. Am Freitag rutschte der Preis auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli. Zwischenzeitlich notierte Gold unter 4.000 Dollar.
Eine tiefere Korrektur blieb bislang aus. Physische Käufer und Schnäppchenjäger fangen die Rückgänge auf. Besonders chinesische Haushalte kaufen verstärkt, seit die Preise nachgaben und heimische Aktien an Reiz verloren. Diese Nachfrage hat nach Einschätzung der Großbank ANZ einen Boden unter den Kurs gezogen.
Am Dienstag legte Gold rund 1,1 Prozent zu, als die Ölpreise nachgaben. Silber stagnierte bei etwa 54,41 Dollar.
Fed-Entscheid und PCE-Daten
Die Fed soll die Zinsen am Mittwoch unverändert lassen. Rund 90 Prozent der Marktteilnehmer erwarten das. Eine stabile Zinslage stützt Gold, weil das Metall keine Zinsen abwirft.
Entscheidend ist der Ausblick. Die Notenbank hatte zuletzt zwei Zinsanhebungen für 2026 in Aussicht gestellt, eine ist bereits erfolgt. Für Dezember rechnet die Mehrheit mit dem zweiten Schritt, etwa 20 Prozent sehen die Zinsen unverändert. Fed-Chef Kevin Warsh muss Investoren überzeugen, dass die Inflationsbekämpfung Priorität behält. Hohe Energiepreise nähren die Sorgen.
Am Donnerstag folgt der PCE-Preisindex für September, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Er könnte die Erwartungen für Dezember verschieben.
Stimmung extrem pessimistisch
Edelmetallexperte Markus Bußler sieht die Korrekturziele erreicht: 4.000 Dollar bei Gold und 53,50 Dollar bei Silber. Das Sentiment sei „extrem bearish“. Fundamental lasse sich die Schwäche zunehmend schwer erklären. Fast jeder große Boden bei Edelmetallen sei jedoch mit solcher Stimmung einhergegangen.
Trendwendesignale fehlen aus seiner Sicht noch. Selbst solide Minenzahlen helfen kaum: Newmont übertraf die Erwartungen und senkte die Kostenprognose, die Aktie geriet trotzdem unter Druck.
Kurzfristig entscheiden Warsh‘ Aussagen am Mittwoch und die PCE-Daten am Donnerstag, ob die 4.000-Dollar-Marke trägt. Rutscht der Preis erneut darunter, rückt das Julitief wieder in den Blick.
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