Gold: Fed-Wetten drücken Preis unter 3.900 Dollar
Straffere US-Geldpolitik belastet das Edelmetall trotz schwächerem Dollar; der Kurs nähert sich der Unterstützung bei 3.879 Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Gold notiert unter 3.900 Dollar
- Zinsängste überwiegen den Dollar-Effekt
- Kurs liegt unter drei Durchschnittslinien
- Skouries-Hochlauf dauert länger als geplant
Der Goldpreis rutscht am Wahltag in den USA unter die Marke von 3.900 Dollar je Unze. Damit nähert sich das Edelmetall dem tiefsten Stand seit Oktober 2025, den es in der vergangenen Woche markiert hatte. Selbst ein schwächerer US-Dollar hilft nicht.
Zinswetten überlagern den Dollar
Normalerweise stützt ein nachgebender Dollar den Goldpreis. Diesmal greift das nicht. Am Markt wächst die Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik weiter straffen könnte. Höhere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold weniger attraktiv.
Hinzu kommt die Vorsicht vor den Zwischenwahlen. Marktbeobachter sehen Anzeichen, dass Anleger vor dem Urnengang in Cash flüchten. Goldexperte Markus Bußler räumt ein, ihm fehle jede Fantasie, wie der Wahlausgang den Edelmetallsektor konkret beeinflussen sollte. Der Druck auf Gold und Silber bleibe vorerst bestehen.
Technisches Bild bleibt schwach
Der Chart zeichnet ein eindeutiges Bild. Der Kurs notiert unter dem 20-, 50- und 200-Tage-Durchschnitt, der Abwärtstrend ist ausgeprägt. Kurzfristig nähert sich der Relative-Stärke-Index dem überverkauften Bereich, was eine technische Gegenbewegung möglich macht.
Wichtige Marken liegen eng beieinander:
- Unterstützung: Zone um 3.879 Dollar, das jüngste Tief
- Widerstand: 3.980 bis 4.005 Dollar, wo Durchschnitt, Trendindikator und Fibonacci-Marke zusammenfallen
- Seitwärtszone dazwischen: 3.900 bis 3.960 Dollar
Fällt Gold nachhaltig unter 3.879 Dollar, rücken Marktteilnehmern zufolge Ziele um 3.800 Dollar in den Blick.
Steuerdebatte in Deutschland
Hierzulande läuft eine eigene Diskussion. Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold sind nach zwölf Monaten Haltedauer bislang steuerfrei. Das gilt auch für Produkte wie Xetra Gold, die praktisch wie physisches Gold behandelt werden. Der Bundesfinanzhof stellt dabei auf den Auslieferungsanspruch ab. Bußler sieht vor allem praktische Hindernisse, die einer Besteuerung im Weg stehen.
Minenwerte unter Druck
Auch Goldminenaktien spüren das Umfeld. Eldorado Gold verlor, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass das Hochfahren der Skouries-Mine in Griechenland länger dauert als geplant. Bußler hält das Niveau dennoch eher für eine Kaufchance.
Entscheidend ist kurzfristig die Zone um 3.879 Dollar. Hält sie, ist ein Anlauf auf 3.980 Dollar denkbar. Bricht sie, dürfte der Abwärtstrend seine nächste Etappe ansteuern.
Stand heute, 3. November: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.